ZDK-Umfrage Langes Warten auf die E-Prämie

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

Die Kfz-Branche blickt skeptisch in die Zukunft. Das zeigt das Ergebnis der jüngsten Umfrage des ZDK. Erstmals spüren auch die Servicebetriebe die gedämpfte Investitionsbereitschaft. ZDK-Präsident mahnt erneut die schnelle Umsetzung der E-Prämie an.

Von der E-Prämie erhofft sich der Autohandel eine Belebung des Marktes. Das zeigt die aktuelle Umfrage des ZDK unten den Kfz-Betrieben.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Von der E-Prämie erhofft sich der Autohandel eine Belebung des Marktes. Das zeigt die aktuelle Umfrage des ZDK unten den Kfz-Betrieben.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Erwartungen sind hoch, die Lage bleibt schwierig: So lässt sich das Ergebnis der jüngsten Branchenumfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zusammenfassen. Rund 590 Autohäuser und Kfz-Werkstätten beteiligten sich Anfang Februar an der Erhebung. Auch wenn die Resonanz überschaubar war, spiegelt die Befragung ein realistisches Bild der aktuellen Stimmung im Automobilhandel und im Kfz-Gewerbe wider.

Wirtschaftliche Lage deutlich eingetrübt

Jeder zweite Betrieb bewertet seine aktuelle Situation pessimistischer als noch im Sommer 2025. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten: 63 Prozent von ihnen stufen ihre wirtschaftliche Lage als „eher schlechter“ oder „schlechter“ ein.

Einen Lichtblick verbinden viele Betriebe mit der von der Bundesregierung beschlossenen neuen E-Prämie. Noch herrscht jedoch Unklarheit über die konkrete Umsetzung. Fest steht bislang nur: Gefördert werden sollen Privatkunden mit mittlerem Haushaltseinkommen, eingeschlossen sind auch Plug-in-Hybride mit Zuschüssen von bis zu 6.000 Euro. Die Antragstellung über ein Online-Portal soll ab dem 1. Mai möglich sein. Ob erneut das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Abwicklung übernimmt, ist noch nicht bestätigt.

Hoffnung auf die Effekte der ausstehenden E-Prämie

Zwei Drittel der befragten Betriebe rechnen laut ZDK dennoch mit einer spürbaren Belebung der Privatkundennachfrage. 60 Prozent erwarten „leichte positive“, fünf Prozent „starke positive“ Effekte. Lediglich rund fünf Prozent gehen von negativen Auswirkungen aus.

„Die Prämie setzt ein wichtiges Signal und belebt das Interesse privater Kunden – vor allem im unteren und mittleren Preissegment“, betont ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Entscheidend sei nun, dass das Antragsverfahren zeitnah starte: „Nur wenn die Förderung zügig umgesetzt wird, kann sie ihre Wirkung entfalten. Sonst verpufft der positive Effekt.“ Handel und Kunden bräuchten jetzt klare, verständliche und verbindliche Regeln, um Vertrauen zurückzugewinnen, so Peckruhn weiter.

Ergänzend zur Kaufprämie sehen die Betriebe laut ZDK-Umfrage vor allem flankierende Maßnahmen als ausschlaggebend für eine nachhaltige Marktdynamik. Besonders häufig genannt werden niedrigere Strompreise, ein konsequenter Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur sowie eine gezielte Förderung gebrauchter E-Autos. Auch mehr Transparenz bei Ladetarifen und stärkere Unterstützung beim Aufbau privater Ladepunkte gelten als wichtige Instrumente, um Kaufentscheidungen zu erleichtern.

Konjunkturschwäche belastet Investitionsbereitschaft

Die konjunkturelle Gesamtlage wirkt weiterhin als Bremsklotz. Laut ZDK bremst die wirtschaftliche Unsicherheit Investitionen sowohl beim Fahrzeugkauf als auch im Werkstattgeschäft. 36 Prozent der Betriebe bewerten ihre Reparatur- und Wartungsaufträge derzeit als „eher schlechter“ oder „schlechter“ – im zweiten Halbjahr 2025 lag dieser Anteil noch bei 19 Prozent. Besonders betroffen sind mittelgroße Unternehmen mit 16 bis 50 Beschäftigten, von denen fast 39 Prozent einen Rückgang im Servicebereich melden.

„Die Einbußen haben inzwischen auch den Werkstattservice erreicht“, so Peckruhn. „Sowohl Unternehmen als auch Privatkunden halten sich angesichts der schwachen Konjunktur mit Investitionen zurück – das betrifft mittlerweile nicht nur den Neuwagenkauf, sondern zunehmend auch Werkstattaufträge.“

Deutlich gedämpfte Umsatzprognosen für 2026

Entsprechend verhalten zeigen sich die Perspektiven für das laufende Jahr: 42 Prozent der Betriebe rechnen mit rückläufigen Umsätzen, lediglich 20 Prozent erwarten steigende Erlöse. Unter den mittelgroßen Unternehmen schätzen sogar 49 Prozent ihre Umsatzentwicklung negativ ein.

„Die Zurückhaltung der Kunden ist in allen Betriebsgrößen spürbar“, betont Peckruhn. „Wenn Investitionen ausbleiben und Betriebe bei Neueinstellungen zögern, wirkt sich diese Unsicherheit unmittelbar auf die Umsätze aus.“ Die Politik müsse nun verlässliche Rahmenbedingungen und Impulse für mehr Kaufkraft setzen, damit das Kfz-Gewerbe wieder investiert und die Konjunktur insgesamt an Dynamik gewinnt.

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