Antriebstechnik Leistung muss nicht Sünde sein

Von Gernot Goppelt 5 min Lesedauer

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Elektroautos werden gerne dafür kritisiert, übermotorisiert zu sein. Für mehr Leistung gibt es allerdings gute Gründe. Und wenn man es geschickt macht, kann diese sogar zu weniger Verbrauch beitragen – selbst bei Allradantrieben.

Zwei elektrische Antriebe an Vorder- und Hinterachse schaffen neue Möglichkeiten, die Wirkungsgradkennfelder geschickt zu kombinieren.(Bild:  Magna Powertrain)
Zwei elektrische Antriebe an Vorder- und Hinterachse schaffen neue Möglichkeiten, die Wirkungsgradkennfelder geschickt zu kombinieren.
(Bild: Magna Powertrain)

„Elektroautos sind übermotorisiert und unnötig schwer“: So oder ähnlich titelten einige Medien Ende 2022. Quelle dafür war eine Marktanalyse des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Die Logik der Argumentation: Je leistungsstärker und größer Elektroautos sind, desto größere Batterien brauchen sie, desto schwerer werden sie, was wiederum mehr Leistung erfordert und somit den Energieverbrauch erhöht.

Natürlich: Es ist nicht unbedingt notwendig, dass Autos generell groß und schwer sind. Diesen Trend gibt es mit schweren SUVs bekanntlich schon seit Längerem, egal ob elektrisch oder verbrennungsmotorisch betrieben. Aber zurück zur oft geäußerten Kritik, eine stärkere Motorisierung führe zu einem höheren Energieverbrauch. Diese Simplifizierung stimmt schon bei Verbrennungsmotoren nur bedingt. Ein altbewährtes Rezept für geringeren Verbrauch ist die Entdrosselung in Verbindung mit einem hohen effektiven Mitteldruck, welcher sich letztlich auch in mehr Drehmoment und Leistung äußert. Die verbrauchsgünstigen Punkte im Verbrauchskennfeld sind dabei jene mit hohem Druck. Vereinfacht gesagt: Hohe Lasten (bei Saugmotoren auch hohe Drehzahlen) sind günstig, geringe Lasten weniger.