Maybach: Zukunft liegt in China

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Alternative Antriebe spielen im chinesischen Luxussegment dagegen keine Rolle. „Wir planen für den aktuellen Maybach keine Hybridversion“, beendet Technik-Chef Jürgen Weissinger Spekulationen, es könne mit einem Maybach Hybrid vielleicht eine Art Ökomobil de Luxe geben. Während im Daimler-Konzern der Trend in Sachen Hubraum und Zylinderzahl eher nach unten geht, kommt Downsizing für Maybach nicht in Frage: „Wenn sie ganz oben mitspielen wollen, brauchen sie einen Zwölfzylinder. Gerade in Ländern wie China ist das ein Statussymbol“, sagt Patrick Marinoff.

Daimler bekennt sich zu Maybach - vorerst

Ein extrem teures übrigens, denn weil der Wagen importiert werden muss, unterliegt er einer speziellen Luxussteuer und kostet den Käufer damit rund doppelt soviel wie in Deutschland. Der chinesische Kunde sei ein typischer „Impulskäufer“, sagt Patrick Marinoff, er würde die Autos am liebsten direkt aus dem Verkaufsraum fahren: „Sozusagen einpacken, Schleife drum, mitnehmen. Daher haben wir Fahrzeuge bereits für den chinesischen Markt vorkonfiguriert, und das heißt auch: Alles, was es an Ausstattung gibt, ist drin“, so Marinoff.

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Von Daimlers Bekenntnis zu Maybach bestärkt, denken die Luxus-Strategen bereits vorsichtig über neue Modelle nach, etwa eine kleinere Limousine. „In diesem Bereich ist natürlich vieles denkbar, Rolls-Royce und Bentley haben es ja vorgemacht. Zunächst aber wollen wir das Image der noch jungen Marke Maybach aufbauen und nach oben weiterentwickeln. Diese Strategie haben wir auch mit dem Landaulet verfolgt, einem der exklusivsten Fahrzeuge, die es überhaupt in diesem Segment gibt“, so Marinoff. Diese Exklusivität könne man zu einem späteren Zeitpunkt durchaus für neue Modelle nutzen, doch momentan wolle man Maybach eher „noch weiter von Rolls-Royce absetzen.“

Es bleibt abzuwarten, wie lange man in Stuttgart noch am Prestigeobjekt Maybach festhält, wenn die Verkaufszahlen nicht steigen. Als Daimler in Peking die Kooperation mit dem chinesischen Autobauer BYD bekannt gab, kochte in einigen Medien jedenfalls heftig die Gerüchteküche: Die Chinesen hätten großes Interesse daran, das Luxus-Flaggschiff Maybach zu übernehmen. Patrick Marinoff winkt ab: Das sei allenfalls Wunschdenken bei den Chinesen. Auch Paul Lin, Marketing- und Export-Manager bei BYD, schüttelt den Kopf: Solche Pläne gebe es nicht.

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