Tarifabschluss Mehr Lohn auch für Kfz-Beschäftigte in Bayern und NRW

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe haben nun auch die Verhandlungsführer in Bayern und NRW eine Einigung erzielt. Für die Beschäftigten gibt es eine zweistufige Lohnerhöhung.

Tarifabschluss der IG Metall mit den Verhandlungsführern der Arbeitgeberseite in NRW und Bayern. (Bild:  Max Gerlach / CC BY-SA )
Tarifabschluss der IG Metall mit den Verhandlungsführern der Arbeitgeberseite in NRW und Bayern.
(Bild: Max Gerlach / CC BY-SA )

Nach intensiven Verhandlungen haben die Tarifgemeinschaft des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes und die IG Metall am Dienstag, 17. Juni, in der vierten Verhandlungsrunde einen neuen Tarifvertrag unterzeichnet. Der Abschluss tritt rückwirkend zum 1. April 2025 in Kraft und läuft bis zum 31. Mai 2027. Der Vertrag sieht eine zweistufige Lohnerhöhung und eine neue Entlastungskomponente vor.

Zum 1. Juli 2025 steigen die Löhne um 2,3 Prozent und zum 1. August 2026 um weitere 3,3 Prozent. Zusätzlich wurde eine sogenannte „Entlastungskomponente“ vereinbart: Beschäftigte haben künftig Anspruch auf fünf freie Tage pro Jahr ohne Entgelt. Damit wird die Wahloption zwischen Geld und Zeit nun auch in Bayern festgeschrieben – ein zentrales Anliegen der Gewerkschaft und der Beschäftigten.

Die Auszubildenden profitieren ebenfalls und erhalten ab 1. Juli 2025 pauschal 80 Euro mehr im Monat. Ab 1. August 2026 steigt ihre Vergütung um weitere 3,3 Prozent.

Günter Friedl: Unnötig lange Verhandlungen

Günter Friedl, Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft des bayerischen Kfz-Gewerbes, äußerte Kritik, insbesondere zum Verfahren. „Die Arbeitgeberseite wäre schon in der vergangenen Verhandlungsrunde im Mai bereit gewesen, einen Abschluss analog der bereits in mehreren Bundesländern erzielten Tarifabschlüsse mitzutragen. Warum diese Verzögerung in der aktuell wirtschaftlich angespannten Lage in Deutschland nötig war, ist für uns nicht nachvollziehbar.“

Trotz der Anlaufschwierigkeiten seien die Arbeitgeber erleichtert, den rund 140.000 Mitarbeitern im bayerischen Kfz-Gewerbe mit diesem Ergebnis ihre hohe Wertschätzung ausdrücken zu können. Allerdings sei das Ergebnis für die 7.000 mittelständischen Betriebe das Maximum, was sie finanziell leisten könnten, so Friedl.

NRW erreichte am 12. Juni ähnlichen Abschluss

Für die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalens wurde am 12. Juni ebenfalls ein Tarifabschluss erzielt, der mit dem bayerischen Ergebnis vergleichbar ist: Der Tarifvertrag sieht ebenfalls eine zweistufige Lohnerhöhung und eine Entlastungskomponente vor. Das heißt, auch für die Mitarbeiter in den Autohäusern und Werkstätten in NRW steigen ab Juli 2025 die Entgelte um 2,3 Prozent, die monatlichen Ausbildungsvergütungen erhöhen sich um 80 Euro. Ab August 2026 folgt eine weitere Erhöhung von 3,3 Prozent für alle Beschäftigten und Auszubildenden. Der Tarifvertrag gilt bis Ende Mai 2027. Neu ist auch in NRW die Möglichkeit, Geld in zusätzliche freie Tage umzuwandeln: Ab 2026 haben die Beschäftigten das Recht, fünf weitere Tage im Jahr frei zu nehmen.

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