Fahrbericht Der Mercedes E-Sprinter kommt jetzt deutlich weiter

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Mercedes bringt ein Update des elektrifizierten Sprinters. Bei der zweiten Generation wandert der Antrieb nach hinten und die Reichweite wächst kräftig. Ein namhaftes Logistikunternehmen soll zu den ersten Bestellern gehören.

Optisch hat sich der elektrifizierte Sprinter nicht verändert.(Bild:  Mercedes-Benz)
Optisch hat sich der elektrifizierte Sprinter nicht verändert.
(Bild: Mercedes-Benz)

Zu den Urgesteinen der großen elektrifizierten Transporter zählt der Mercedes E-Sprinter. Bereits seit 2019 als „First Mover“ im Programm, war der große Sternentransporter Daimlers erster Versuch, sich in dem neuen Feld zu positionieren. Das ambitionierte Ziel der Stuttgarter: Bis 2028 soll der Anteil der elektrischen Transporter und Vans bei 50 Prozent liegen. Der E-Sprinter geht mit komplett neuem Konzept in die zweite Runde. Dabei wandert der Antrieb von vorne nach hinten, wo eine aufwendigere Starrachse nach dem De-Dion-Prinzip samt GfK-Blattfedern für weniger Gewicht und mehr Fahrstabilität sorgen soll.

Mercedes teilt den E-Sprinter in drei Module ein. Im vorderen Teil, der mit allen Fahrzeugvarianten kombinierbar ist, sitzen sämtliche Hochvoltkomponenten. Das Mittelmodul beherbergt im Unterboden die Batterie, im Heckmodul sitzt der Elektromotor. Das Angebot umfasst zwei Karosserieformen und -längen, zwei Leistungsstufen sowie drei Batteriegrößen. Premiere feiert ab Sommer auch eine Version mit offener Pritsche, bei der zum Beispiel Wohnmobilhersteller ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

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Ein Pkw-Führerschein reicht aus

Das maximale Ladevolumen des langen Hochdach-Kastenwagens beträgt 14 Kubikmeter. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen kann er mit einem ganz normalen Pkw-Führerschein gefahren werden. Eine neue EU-Richtlinie, die das Mehrgewicht der elektrischen Transporter berücksichtigt, macht dies möglich. Interessant nicht nur für Kommunen ist zudem die maximale Anhängelast von bis zu zwei Tonnen. Sie erlaubt es, zusätzliches Gerät an den Haken zu nehmen.

An der Hinterachse vom E-Sprinter sitzt ein neuer, gemeinsam mit ZF entwickelter Permanentmagnet-Synchronmotor, der mit 100 kW/136 PS oder 150 kW/200 PS und mit bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment erhältlich ist. Die Batteriegrößen variieren zwischen 56, 81 und 113 kWh. Bei den Batteriezellen haben sich die Schwaben für eine Lithium-Eisenphosphat-Variante entschieden, die ohne die umweltschädlichen und gesundheitsgefährdenden Metalle Kobalt und Nickel auskommt. Dank On-Board-Lader lassen sich die Akkus an Schnellladestationen mit bis zu 115 kW auftanken. Die kleinste Version braucht etwa 28 Minuten, um sich von 10 auf 80 Prozent zu erfrischen, der große 113-kWh-Akku benötigt dafür rund 42 Minuten.

Im urbanen Raum über 500 Kilometer Reichweite

Nach WLTP-Messung ist dann eine maximale Reichweite von 440 Kilometern möglich. Wer sich meistens im urbanen Bereich aufhält, kann auch mehr als 500 Kilometer mit einer Ladung schaffen, sagt Mercedes. Eine große Reichweite und schnelles Nachladen seien essenziell, um mit elektrischen Antrieben überhaupt im hart umkämpften Gewerbe Fuß zu fassen. Versand-Riese Amazon soll übrigens zu den ersten Bestellern zählen.

Optisch hat sich der Sprinter nicht verändert. Weder außen noch innen, wo nach wie vor robuster Kunststoff das Arbeitszimmer auskleidet. Serienmäßig an Bord ist immer das aktuelle, aus Mercedes-Pkw bekannte Multifunktionslenkrad, einige kluge Assistenten sowie die neueste Version des Multimedia-Systems MBUX mit 10,25 Zoll großem Display.

Eingebunden in das Mercedes-Ökosystem für Elektromobile ermöglicht es dem Fahrer, über das Navigationssystem Routen zu planen, Ladeeinstellungen zu optimieren oder die beste Ladestrategie zu berechnen. Drei Fahrprogramme (Comfort, Economic, Maximum Range) sowie vier Rekuperationsstufen sollen helfen, so viele elektrische Kilometer wie möglich aus den Akkus zu quetschen.

Leasingrate beginnt bei 690 Euro

Das elektrische Sprinter-Erlebnis an sich ist keine große Überraschung. Und das ist die gute Nachricht. Der große E-Wagen mit langem Radstand fährt unspektakulär, auffällig leise, ausreichend komfortabel und erstaunlich handlich. So, wie es einem 7,02 Meter langen Blechkasten, der als Held der Arbeit geboren wurde, eben möglich ist.

Auch ohne elektronisch geregelte Dämpferelemente schlägt den Insassen wenig auf den Magen. Der lange Radstand hilft dem Dampfer, gelassen über welliges Terrain zu gleiten. Dank präziser Lenkung und tiefem Schwerpunkt bringen kurvenreiche Landstraßen eher Spaß als Frust. Das elektrische Ensemble zeigt sich dabei bestens aufeinander abgestimmt. Zum temperamentvollen Sprinter fehlen dem Stromer allerdings der letzte Kick und ein paar Kilo weniger im Tiefparterre.

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Die Preisliste des elektrischen Flaggschiffs beginnt mit der 56-kWh-Batterie bei 71.388 Euro (netto 59.990 Euro), mit großem Akku geht es bei etwa 104.000 Euro los, der Nettopreis beträgt rund 88.000 Euro. Die Leasingrate für die Einstiegsversion liegt bei 690 Euro (48 Monate, 80.000 Kilometer). Eine Option, die laut Mercedes etwa 80 Prozent der Gewerbekunden wählen. Zudem fährt immer ein umfangreiches Servicepaket mit. Die ersten vier Wartungen bis 160.000 Kilometer sind bereits im Fahrzeugpreis enthalten. Argumente, die in kleinen und größeren Fuhrparks sicherlich Gehör finden.

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