Mercedes GL 420 CDI kneift nicht

Autor / Redakteur: Jürgen Wolff / Praktikant AM

In den USA läuft er schon seit Monaten auf Highways und im Gelände. Bei uns wird es den Luxus-SUV Mercedes GL als Europa-Version ab September geben - mit traumhaftem V8-Diesel.

Wie weit die Diesel-Entwicklung mittlerweile gediehen ist, macht auf der Rennstrecke der Audi R10 deutlich, der mit einem V12-TDI die 24 Stunden von Le Mans gewann. Und auf der Straße wie im Gelände der neue Vier-Liter-CDI, den Mercedes auch im Super-SUV GL verbaut. Wer im GL 420 CDI den Startknopf drückt, der merkt erst einmal - fast gar nichts. Das soll ein Diesel sein? Kein Nageln, kein Vibrieren. Nur wer auf den Drehzahlmesser schaut und seine Ohren nach dem leisen Grummeln unter der Motorhaube spitzt, bekommt überhaupt mit, dass sich was verändert hat.

Wer dann noch den Automatikhebel am Lenkrad auf „D“ rückt und das Gaspedal drückt, wird nur an einem merken, dass er in einem Diesel sitzt: Dem schier unbändigen Vortrieb. 225 kW/306 PS holt Mercedes aus den 3996 cm³ der acht Zylinder - und ein gigantisches Drehmoment von 700 Nm bei 2200 U/min. Und das, räumen die Mercedes-Ingenieure bei einem ersten Ausflug ein, ist schon künstlich eingebremst. Mehr würde der Antriebsstrang auf Dauer nicht verkraften.

Der Motor ist bullig

Aber auch die 700 Nm reichen problemlos, um dem leer schon 2,5 Tonnen schweren Dickschiff zu exzellenten Fahrwerten zu verhelfen. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der GL 420 CDI in nur 7,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Für Kraft und Ruhe des überarbeiteten Bi-Turbo-V8 sorgen neben der variablen Turbinengeometrie und einer gegenläufigen Ausgleichswelle vor allem die Common-Rail Hochdruckeinspritzung der dritten Generation mit bis zu 1600 bar Einspritzdruck, auf 175 bar angehobenem Zünddruck, bis zu fünf Kraftstoff-Injektionen je Einspritzvorgang, speziellen Lochdüsen und neuen Piezo-Injektoren mit präzisen Einspritzzeiten.

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Die siebenstufige Automatik passt bestens zu diesem bulligen Motor. Ob sanftes Anfahren im Stadtverkehr, Kickdown beim Überholen auf der Landstraße oder gefühlvolles Schuckeln über Offroad-Pisten - die Abstimmung ist perfekt. Und wer selbst bestimmen will, wann der Motor wie zu drehen hat, für den funktioniert die manuelle Wahl der Fahrstufe nahezu verzögerungsfrei über die Tasten am Lenkrad. Allerdings: Mit den von Mercedes als Durchschnittsverbrauch berechneten 11,8 Litern auf 100 km dürfte in jedem Fall schwerlich auszukommen sein.

Deutliche Unterschiede bei der Europa-Variante

Der in den USA gebaute GL ist vor allem für den dortigen Markt entwickelt worden - rund zwei Drittel der Produktion sollen gar nicht erst verschifft werden. Bereits in den ersten beiden Monaten sind in den Staaten rund 5000 Stück verkauft worden. Wenn der GL ab dem 2. September dann auch bei den europäischen Händlern steht, wird er sich allerdings in einigen nicht ganz unwesentlichen Punkten von der US-Version unterscheiden. Der Europa-GL ist straffer ausgelegt, die Europa kaum nachgefragte dritte Sitzreihe ist nicht serienmäßig sondern nur optional. Dafür ist das Offroad-Paket, für das man beim „kleinen“ Bruder ML noch extra zahlen muss, beim GL serienmäßig. Und macht ihn zum luxuriösen Geländegänger, der auch vor schwierigen Aufgaben nicht kneift.

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