Fahrbericht Mercedes GLC fährt auch mal über Stock und Stein

Quelle: sp-x

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Mercedes erneuert das Mittelklasse-SUV GLC, das meistverkaufte Modell mit dem Stern. Bei zurückhaltenden Änderungen der Karosserie bietet die Baureihe jetzt nur noch Hybrid-Motoren und jede Menge Technik.

Mercedes hat den GLC erneuert.(Bild:  Mercedes-Benz)
Mercedes hat den GLC erneuert.
(Bild: Mercedes-Benz)

Vor 14 Jahren beweist Mercedes Mut zu Ecken und Kanten. Mit dem GLK genannten SUV unterhalb der erfolgreichen ML-Klasse kontert der Stuttgarter Nobel-Hersteller den Erfolg des schon länger produzierten BMW X3 und den fast zeitgleich erscheinenden Audi Q5. Inzwischen ist das mittlerweile in GLC umgetaufte Modell der erfolgreichste Mercedes weltweit.

Mit gutem Grund, denn der Auftritt hat sich seit den Gründerjahren völlig verwandelt. Aus dem klobigen GLK von einst wurde 2015 ein flott gestyltes Auto, das perfekt die Sehnsucht der Käufer nach einem sportlichen SUV bediente, mit Attributen wie hohe Sitzposition und großem Platzangebot auftrumpfte und bei jedem Modellwechsel immer perfektere Technik aus den größeren und teureren Luxus-Modellen in die Mittelklasse brachte.

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Jetzt erklimmt der neue GLC seinen vorläufigen Höhepunkt. Noch nie gab es in dieser Klasse ein Auto, das ein solches Paket an Ausstattung bot, das meiste natürlich gegen Aufpreis, manches aber schon gleich mit eingebaut.

100 Kilometer elektrische Reichweite

Vor der ersten Tour die Qual der Wahl unter gleich sieben Varianten. Vier davon haben ein sogenanntes Mild-Hybrid-System, bei dem eine kleine Batterie wichtige Funktionen wie den Anlasser mit Energie versorgt und dabei sowohl Sprit spart als auch die Leistung um 17 kW/23 PS erhöht. Drei der Neulinge setzen auf Stecker. Hier unterstützt ein 100-kW-Elektromotor den Verbrenner recht kraftvoll und eine 32-Kilowattstunden-Batterie sorgt für rein elektrische Reichweiten von mehr als 100 Kilometern, wenn der Fahrer denn mitspielt.

Der GLC 200 ist das Einstiegsmodell und bleibt als einziger seiner Art unter der Marke von 60.000 Euro. In dieser Preisklasse können Feinheiten wie Hinterachslenkung oder Luftfederung zwar gar nicht erst bestellt werden, aber die Grundausstattung ist mit dem futuristischen MBUX-Instrumentensystem, LED-Hochleistungsscheinwerfern, elektrischer Heckklappe, schlüssellosem Zugang oder dem Parkassistenten samt Rückkamera deutlich ordentlicher als zu früheren Mercedes-Zeiten.

Verbesserte Geräuschdämmung

Das Ambiente im Innenraum gleicht dem der C-Klasse, geprägt durch das Tablet-ähnliche Zentraldisplay und das breite Anzeigefeld hinterm Lenkrad. Die Bespannung besteht aus einer täuschend ähnlichen Ledernachbildung mit silbergrauen Zierelementen.

Edel geht´s auch nach dem Losfahren weiter. Dank stark verbesserter Geräuschdämmung und Feinarbeit an der Aerodynamik bleiben Motor- und Windgeräusch weitgehend außen vor. Nur im Sportmodus birgt das Werkeln des Vierzylinders kein Geheimnis, wirkt aber nicht angestrengt blechern.

Die 48-Volt-Technik weckt den Benziner beim ampelstart in Bruchteilen von Sekunden wieder auf. Beim sogenannten „Segeln“ mit gelupftem rechtem Pedal übernimmt sie den kraftvollen Übergang zum Power-Spurt, indem sie dem Zweiliter-Motor bis zu 23 PS mehr spendiert und gleichzeitig das Drehmoment um satte 200 Newtonmeter steigert.

GLC nutzt Navi-Daten zum vorausschauenden Fahren

Mercedes-typisch ist auch im SUV die erlebbare Souveränität des elektronisch geregelten Allrad-Fahrwerks, die Präzision der Lenkung und das perfekte Zusammenspiel mit all den Assistenzsystemen, wenn man sie denn in der Preisliste angekreuzt hat. Bei aktiviertem Navi erkennt der GLC Kreisverkehre, Ortseinfahrten, Tempolimits oder auch drohende Kurven. Dann geht er selbstständig vom Gas, überrascht dabei schon mal schläfrige Fahrer, weil er dank der Daten des Navigationssystems viel weiter nach vorne schauen kann als menschliche Augen.

In Summe ein nahezu perfektes Familienmitglied, dass je nach Gusto dank üppigem Komfort Langstrecken ebenso in Angriff nehmen kann wie eine wildere Hatz, wenn einmal die Zeit drängt. Für ein weiteres Highlight des GLC-Erlebnisses sorgt dann das Abbiegen von der glatten Straße in Richtung naturbelassener Wildnis mit steinigen Pisten, tiefen Furchen oder steilen Auf- und Anstiegen.

Um das neue Offroad-Gefühl des GLC so richtig auszukosten, ist Umsteigen angesagt. Der 400e ist einer der Plug-In-Hybride im GLC-Programm. Die 32-kWh-Batterie, etwa so ergiebig wie der Akku eines VW E-Up, ist prall gefüllt.

Im Gelände mit dem GLC

Da der 100-kW-Elektromotor seine Kraft schon bei sanfter Berührung des Gaspedals freigibt, kann sich der GLC wirksamer aus unwirtlicher Situation befreien als ein Benziner, der schließlich seine Kraft erst aufbauen und an die Räder schicken muss. Natürlich will sich der GLC nicht mit Raubeinen wie G-Klasse, Jeep oder Land Rover messen, kommt aber trotzdem auch noch dort weiter, wo die meisten anderen SUVs hängenbleiben.

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Er schafft ordentliche Schräglagen, reckt beim Passieren tiefer Risse im Gelände schon mal ein Rad in die Luft oder wühlt sich durch tiefen Matsch. Dabei hilft die „gläserne“ Motorhaube, die ein künstlich aus verschiedenen Kameras erzeugtes Bild auf den Zentralmonitor spiegelt, die Hindernisse wie große Steine unter dem Vorderwagen sichtbar macht.

Dank Luftfederung kann der Mercedes seine Bodenfreiheit erhöhen und die Hinterachslenkung hilft, enge Biegungen ohne Rangieren zu passieren. Unterm Strich beeindruckende Fähigkeiten des Salonlöwen, auch wenn die meisten der künftigen Eigner mit Rücksicht auf das hohe Investment solche Eskapaden eher meiden werden.

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