Mercedes GLK 350: Keine neuen Motoren

Redakteur: Praktikant AM

Er kommt spät, doch der Erfolg scheint vorprogrammiert. Mit kantig-kernigem Styling und solider Technik hat der neue GLK trotz Versäumnisse beste Chancen zum Bestseller zu werden.

Wäre jetzt noch rechtzeitig der neue Vierzylinder-Diesel fertig geworden – die erwartungsvollen GLK-Kunden würden noch mehr mit den Hufen scharren. Denn dass der neue Mittelklasse-SUV von Mercedes endlich fertig ist, ist nur die eine Seite der Medaille. Der GLK steht in den nächsten Wochen im Handel – auf den sehnlichst erwarteten Vierzylinder-Diesel müssen sich die Kunden noch bis April nächsten Jahres gedulden. So lange müssen es die Sechszylinder mit Leistungen zwischen 224 bis 272 PS richten, denn nur die größeren Triebwerke waren eigentlich für den kleinen Bruder von G-, ML- und GL-Klasse gedacht gewesen.

Nur wenige im Hause Mercedes-Benz zweifeln daran, dass der neue GLK ein Volltreffer wird. Allen Unkenrufen zum Trotz erfreuen sich Sport-Utilitiy-Vehicle dies- und jenseits bekannter Meere nach wie vor einer großen Beliebtheit; in Europa einmal mehr, wenn sie der neu erstarkten SUV-Mittelklasse angehören. Nachdem BMW mit dem X3 lange Jahre den Kundenrahm im Alleingang abgeschöpft hat, kommen mit kräftigem Verzug nunmehr auch Audi, Volvo und Mercedes an den Start.

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So kantig und kernig wie kein anderer will sich der GLK sein eigenes Kundenprofil aus der breiten Masse herausschneiden. Besonders leicht sollte dies mit dem Topmodell GLK 350 geschehen, der ebenso wie die anderen Versionen GLK 320 CDI und GLK 280 über jede Menge Potenzial im Gelände verfügt. Hier kann dem schneidigen Gelände-Bremer keiner das Wasser reichen. Auch ohne Untersetzung und Luftfedern schlägt sich der 1,8 Tonnen schwere Allradler Dank fester Kraftverteilung von 45:55 und 20 Zentimetern Bodenfreiheit prächtig.

Doch was zählt, ist bekanntlich allein auf dem Platz und der liegt für den geneigten Volumenkunden bekanntlich allein auf der Straße. Außer dem verschneiten Parkplatz im winterlichen Sölden oder dem unbefestigten Weg zum Wochenendhaus dürfte ein GLK keinerlei Geläuf betreten, das nicht fest asphaltiert wäre. Der GLK 350 bietet mit sechs Zylindern, 3,5 Litern Hubraum, 200 kW/ 272 PS und 350 Nm jede Menge Leistung – von der man jedoch allzu wenig spürt. Wüsste man es nicht besser, so könnte es sich auch leicht und locker um einen kleineren Sechszylinder wie den GLK 280 handeln. Nicht, dass der 350er mit Leistungslöchern zu kämpfen hätte, doch etwas kraftvoller dürfte man mit einem Topmodell seiner Spezies durchaus unterwegs sein. 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden und 230 km/h Spitze sind ordentliche Werte. Subjektiv dürfte es gerne etwas mehr sein.

Innovative Triebwerke fehlen

Das ist wohl auch eine der wenigen Schwächen des neuen schwäbischen Hoffnungsträgers. Nicht nur, dass der beliebte Einstiegsdiesel mit Siebengang-Automatik und 170 PS nicht vom Start weg zur Verfügung steht. Auch die anderen Triebwerke sind alles andere als innovativ. Effektive Direkteinspritzer – am besten gleich mit Schichtaufladung – sucht man ebenso vergebens wie eine Doppelkupplung oder eine Start-Stopp-Automatik.

Bei den Motoren setzen die sonst so innovativen Schwaben auch in Zeiten zunehmender motorisierter Unsicherheit auf Hausmannskost. So ist auch der versprochene Durchschnittsverbrauch mit 10,6 Liter Super pro 100 Kilometer keine Enttäuschung, aber im Vergleich zur omnipräsenten Konkurrenz eben doch etwas viel. Für ein komplett neu entwickeltes Auto gibt es wieder einmal keinen neuen Motor. Genau wie bei der aktuellen Mercedes C-Klasse, auf dem der GLK technisch basiert. Der 170 PS starke GLK 220 CDI soll sich mit 6,9 Litern Diesel auf 100 Kilometer zufrieden geben.

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