Mercedes-Handel: Überlebens-Kampf mit harten Bandagen
Geschäftsführer Nikolaus Badde und Mitarbeiter erwägen rechtliche Schritte gegen Kündigung. Vorwurf u.a.: Das Verhalten von DaimlerChrysler habe nichts mit fairem Wettbewerb zu tun.
Das Mercedes-Traditionshaus Gebr. Spicker in Mühlheim an der Ruhr wird zum 30. September 2003 seine Tore schließen. Das 1906 als "Automobilzentrale Wilhelm Härdrich" gegründete Unternehmen ist seit Anfang der 70er Jahre Vertragspartner der DaimlerChrysler AG für Mercedes-Benz-Fahrzeuge. Anfang 1999 musste das Unternehmen seine Vertriebsrechte für Neufahrzeuge an die konzerneigene Niederlassung Rhein-Ruhr abgeben.
Die Vertriebs- und Servicerechte des Unternehmens hat die DaimlerChrysler AG an die Firma Lueg AG, Deutschlands größten Mercedes-Benz-Vertriebspartner, vergeben. Lueg baut nur 500 Meter entfernt von Spicker einen neuen Verkaufs- und Servicebetrieb. "Damit haben wir keine Überlebenschance, zumal Lueg - wie angekündigt - schon jetzt mit Kampfpreisen arbeitet", erklärt Nikolaus Badde, Geschäftsführer der Firma Spicker in einer Pressemitteilung.
"Das Verhalten von DaimlerChrysler hat mit einem fairen Wettbewerb nichts zu tun; wir haben uns daher alle Ansprüche vorbehalten müssen", heißt es weiter. DaimlerChryler habe nur leere Versprechungen gemacht, es sei nicht einmal möglich gewesen, die 80 Mitarbeiter auf Lueg zu übertragen, erklärt Badde weiter. Der gesamten Belegschaft ist zwischenzeitlich gekündigt worden. Auch die Arbeitnehmer würden rechtliche Schritte gegen die DaimlerChrysler AG prüfen.