Kfz-Gewerbe Hessen Michael Kraft folgt auf Jürgen Karpinski

Von Doris S. Pfaff 4 min Lesedauer

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Eine Ära geht zu Ende: Jürgen Karpinski hat sich nach 20 Jahren nicht mehr zur Wahl gestellt. Gewählter Nachfolger als Präsident des Kfz-Gewerbes Hessen ist der bisherige Vizepräsident Michael Kraft. Neuer Landesinnungsmeister ist Thorsten Krämer.

Der scheidende Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes und sein Nachfolger: Jürgen Karpinski (l.) gratuliert Michael Kraft zu seiner Wahl.(Bild:  VCG - Zietz)
Der scheidende Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes und sein Nachfolger: Jürgen Karpinski (l.) gratuliert Michael Kraft zu seiner Wahl.
(Bild: VCG - Zietz)

Standing Ovations für den scheidenden Präsidenten und viel Applaus und Zustimmung für seinen Nachfolger: Auf der 94. Mitgliederversammlung des hessischen Kfz-Gewerbes hat Jürgen Karpinski nach fast zwei Jahrzehnten sein Amt als Präsident übergeben. Damit ging eine Ära zu Ende. Der ehemalige ZDK-Präsident hatte bereits im Vorfeld erklärt, den Posten zur Verfügung stellen zu wollen. Als Anerkennung seiner Leistung wählte die Versammlung ihn anschließend zum neuen Ehrenpräsidenten des hessischen Kfz-Gewerbes.

Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig den bisherigen Vizepräsidenten Michael Kraft (63), der auch ZDK-Vorstandsmitglied und Schatzmeister ist. Die Übergabe erfolgte unaufgeregt und harmonisch und unterstreicht die bisherige Zusammenarbeit von Karpinski und Kraft. Seit 2014 hatten sie sich gemeinsam um die Belange des hessischen Kfz-Gewerbes und seiner Mitglieder gekümmert.

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Dem neuen Präsidenten und Gießener Unternehmer (Autohaus Neils & Kraft) steht künftig Thorsten Krämer als Vizepräsident zur Seite. Das bisherige Vorstandsmitglied und Obermeister der Kfz-Innung Fulda wurde auch zum neuen Landesinnungsmeister gewählt. Dieses Amt hatte bislang ebenfalls Jürgen Karpinski inne.

Eröffnet wurde die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Hessen noch von dem amtierenden Präsidenten und dem Obermeister der gastgebenden Kfz-Innung Waldeck-Frankenberg Fritz Faupel. Landrat Jürgen van der Horst und Bürgermeister Ralf Gutheil richteten ebenfalls Grußworte an die Delegierten aus den 22 hessischen Innungsbezirken.

Im Zentrum der Mitgliederversammlung standen die Neuordnung des Vorstandes und die damit verbundenen Nachwahlen. „Es war mir eine Ehre, diesen starken Verband zwanzig Jahre lang als Präsident führen zu dürfen“, betonte Karpinski (73), der in diesem Sommer das Amt als Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes an Arne Joswig abgegeben hatte. Karpinski betonte in seiner Rede auch noch einmal die besondere Rolle des Kfz-Gewerbes bei der Transformation der Branche: „Ohne das Kfz-Gewerbe wird der Hochlauf der Elektromobilität nicht funktionieren.“

Als einziger Kandidat für die Nachfolge kandidierte Michael Kraft. „Ich bewerbe mich um das Präsidentenamt – es findet keine Revolution statt, es gibt eine Evolution“, versprach der Kfz-Unternehmer bei seiner Rede vor der Mitgliederversammlung. Seine Wahl zum neuen Präsidenten erfolgte einstimmig.

Kurzinterview: Kontinuität und Neuanfang

Herr Kraft, Sie haben viele Jahre als Vizepräsident im Vorstand des Kraftfahrzeuggewerbes Hessen gewirkt. Nun haben Sie das Ruder als Präsident übernommen. Was bedeutet das für Sie?

Vor allem eine Fortsetzung meiner Verbandsarbeit zum Wohle des Kraftfahrzeuggewerbes sowie Kontinuität und Berechenbarkeit für alle Partner unserer Branche. Die Mitglieder können sicher sein, dass sie von ihrem Landesverband – wie bisher – in diesen herausfordernden Zeiten alle notwendige und mögliche Unterstützung bekommen.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer künftigen Verbandsarbeit?

Der Verband setzt sich für die Interessen seiner Mitglieder ein – 2.200 Innungsbetriebe in 22 Innungen mit 51.600 Mitarbeitern und 5.600 Auszubildenden. Wichtige Handlungsfelder sind Aus- und Weiterbildung, Beratungsangebote, regionale Öffentlichkeitsarbeit zugunsten des Kraftfahrzeuggewerbes sowie der Austausch mit der Politik, der Verwaltung und wichtigen Verbänden und Institutionen. Als Vizepräsident waren die Handelsthemen mein Schwerpunkt. Das bleibt auch so. Der neue Vizepräsident Thorsten Krämer wird deshalb neuer Landesinnungsmeister, nicht also automatisch ich als Präsident. Die Ämtertrennung in dieser Form ist also ein Novum.

Neue Besen kehren bekanntlich gut: Werden Sie auch Dinge anders angehen?

Jürgen Karpinski und ich haben als Präsidium des Landesverbandes lange harmonisch und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nach der Amtsübergabe geht es also um eine qualifizierte Weiterentwicklung des Verbandes. Wir werden jetzt ein verjüngtes und schlagkräftiges Team bilden und stellen uns neu auf.

Wie sehen Sie die aktuelle Lage des Kfz-Gewerbes Hessen, und wo gibt es Unterschiede im Vergleich zu den anderen Landesverbänden?

Das Kraftfahrzeuggewerbe steht deutschlandweit vor großen Herausforderungen. Der branchenweit schwache Auftragseingang führt dazu, dass 2024 für die Betriebe wirtschaftlich herausfordernd wird. Die Neuzulassungszahlen sinken, dafür findet eine neue Verstärkung des Kundendienstes und des Teilegeschäfts statt. Der Landesverband steht zur Unterstützung bereit. In der Öffentlichkeitsarbeit werden wir uns dafür einsetzen, dass der motorisierte Individualverkehr als etwas Positives wahrgenommen wird. Dem dient auch der Austausch mit Politik, Verwaltung und anderen „Stakeholdern“.

Das Interview führte Doris Pfaff

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Weitere Punkte der Mitgliederversammlung waren die Berichte von Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Landesverbandes, zu Themen der Berufsbildung sowie Projekte der Öffentlichkeitsarbeit, die Laura Diegelmann, Referentin für Kommunikation, vorstellte. Thomas Klein, Referent für Technik, präsentierte den aktuellen Stand der Akkreditierten Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe (AÜK).

Arwid Zang von der Weimarer Firma Greenhats referierte zum Thema Cybersecurity. Zang stellte sehr anschaulich dar, wo welche Gefahren für Betriebe lauern und wie sie sich vor Angriffen aus dem Netz schützen können. Achim Kreyenpoth (BDK) informierte zu den Digitalprodukten der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Dr. Jörg von Steinaecker (Diserva) zeigte, wie sich neue Technologien wie künstliche Intelligenz und Softwareroboter im Autohaus-Alltag einsetzen lassen.

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