Mikroautos: 60 Modelle bis 2014

Redakteur: Bernd Otterbach

Das Marktsegment der Mikroautos dürfte sich für über dreißig Hersteller zu einem der stärksten Umsatzgeneratoren entwickeln.

Das Marktsegment der Mikroautos dürfte sich für über dreißig Hersteller zu einem der stärksten Umsatzgeneratoren entwickeln. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan werden im Europa-Markt für Mikroautos bis zum Jahr 2013 über 60 Basismodelle, einschließlich Vierrädern, eingeführt. Außerdem planen sieben der Top zehn Automobilhersteller, über 19 Modelle in der vollständig neuen Wagenklasse der Mikroautos (Sub-A Segment) in den nächsten drei Jahren auf den Markt zu bringen. Es sei vorauszusehen, dass das Sub-A-Segment der Mikroautos schneller wachsen wird als das der Vierräder, da erstere über spezielle Eigenschaften verfügen und der Kleinstwagenklasse näher stehen, so die Prognose des Beratungsunternehmens.

Grüne Mobilität schiebt Mikroautos an

„Die Entwicklung von Megastädten hat zusammen mit den sich wandelnden Mobilitätstrends und dem wachsenden Interesse an Stadtautos mit niedrigen Emissionen und geringem Treibstoffverbrauch Automobilhersteller davon überzeugt, Mikroautos auch in Europa einzuführen“, erklärt Vishwas Shankar, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan. “Grünere Agendas, staatliche Förderprogramme, Parkgebührbefreiung und mögliche Zulassungsvorschriften, nach denen man diese Fahrzeuge auch ohne Führerschein fahren darf, könnten dem Verkauf von Mikroautos einen deutlichen Schub geben.“

Aufgrund des steigenden Interesses an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben, Verkehrsstaus in den Stadtzentren und steigende Kosten bei der Fahrzeughaltung dürften die Verkaufszahlen von Mikroautos in Europa auf über das Siebenfache anwachsen.

Dreiviertel der Mikroautos werden einen E-Antrieb haben

Mehr als 75 Prozent der angekündigten Mikroautos werden Elektroautos sein, und die großen Herausforderungen bestehen daher in der maximalen Reichweite und der begrenzten Geschwindigkeit. Branchenexperten erwarten, dass die Bedenken bezüglich der Reichweite noch einige Zeit fortbestehen werden. Seit der Einführung der L6- und L7-Vierräder (L-Kategorie) gaben vor allem Sicherheitsaspekte Grund zur Besorgnis.

„Automobilhersteller zeigen sich in Bezug auf die strengeren Emissionsvorgaben und den verschärften Sicherheitsanforderungen proaktiv bei der Einführung von Fahrzeugen der Mikrowagenklasse“, so Shankar weiter. „Die Hersteller von Vierrädern mit konventionellem Antrieb hingegen erfahren weiterhin Beschränkungen aufgrund der Notwendigkeit hoher Investitionen für die Nachrüstung ihrer Fahrzeuge, um den Mikroautos im Bereich der Sicherheits- und Emissionsvorschriften gleich zu kommen.“

„Es ist zu erwarten, dass Hersteller elektrische Vierräder in großer Zahl auf den Markt bringen und mit einem Mikroauto (durch die Erhöhung von Motormoment und -leistung) nachziehen werden, um die Verkäufe anzukurbeln“, ergänzt Shankar. „Angetrieben durch Car-Sharing-Organisationen haben Vierradhersteller in Europa außerdem begonnen, in Geschäftsmodelle des neuen Zeitalters zu investieren. Sie stellen sich dadurch der Herausforderung der gestiegenen Fahrzeughaltungskosten.”

Bedürfnisse der Generation Y befriedigen

Autohersteller wie Aixam Mega und Ligier Microcar sind Früheinsteiger, die elektrische Vierräder für den europäischen Markt angekündigt haben. Sie haben klare Vorstellungen in Bezug auf die Wachstumsstrategie in dieser Klasse, und zwar die Vermarktung von elektrischen Vierrädern und die Reduzierung der CO2-Bilanz.

„In Europa haben Autohersteller wie Renault, PSA, Tata und viele andere ihren Einstieg in das Marktsegment für Mikroautos mit der neuen Sub-A Wagenklasse angekündigt,” so Shankar abschließend. „Es besteht eine steigende Nachfrage nach elektrischen Mikroautos, die vor allem durch die wachsenden Bedürfnisse der Endnutzer der Generation Y genährt wird.“

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