Millionenschaden: BDK warnt vor Finanzierungsbetrügern

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Zwischen der Werbefirma und dem Autohaus indes besteht die Absprache, die 25.000 Euro Überschuss aus der Überfinanzierung an die Werbefirma zu übergeben. Von diesem Geld zahlen die Betrüger die monatlichen 490 Euro an den Kunden zurück.

Zunächst fällt der Betrug keinem der Beteiligten auf. Die Bank erhält fristgerecht die Raten für die Finanzierung, der Kunde kann das Auto für 10 Euro fahren und das Autohaus hat die Provision für die abgeschlossene Finanzierung erhalten. Wie das Autohaus nach dem ersten Abschluss feststellt, funktioniert die „Geschäftsidee“ und lässt sich auf weitere Geschäfte mit den Betrügern ein. In einem vorliegenden Fall wurden so binnen zwei Monaten neun Finanzierungsverträge geschlossen.

Die Masche fällt so lange nicht auf, bis sich die Betrüger entscheiden, die Zahlungen an den Kunden einzustellen und unterzutauchen. In einem anderen Fall stellten die Betrüger die Zahlungen erst nach drei Jahren ein. In der Regel setzen sie sich dann ins Ausland ab.

Dunkelziffer deutlich höher

In den vergangenen drei Jahren konnte die Bank bislang fünf Firmen identifizieren, die sich mit der Betrugsmasche bereichert haben. Drei dieser Firmen sind inaktiv, zwei weitere mutmaßlich weiterhin aktiv. Den entstandenen Schaden bezifferte die BDK für das Jahr 2015 mit knapp 400.000 Euro (11 Verträge), für 2016 (12 Verträge) mit rund einer halben Million Euro. „Es ist wahrscheinlich, dass es noch einige unentdeckte Fälle gibt“, sagt Tuna. Außerdem seien auch andere Finanzdienstleister von der Masche betroffen, bei denen zahlreiche weitere Fälle dokumentiert seien. So summiere sich der bislang entstandene Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro.

Nazik Tuna rät dazu, das Verkaufspersonal entsprechend zu sensibilisieren und über den Sachverhalt aufzuklären. Sollten den Händlern derartige Angebote unterbreitet werden, können sich BDK-Partner an nazik.tuna@bdk-bank.de wenden. Arbeitet ein betroffenes Autohaus mit anderen Finanzdienstleistern zusammen, sollte ebenfalls der Ansprechpartner des jeweiligen Finanzdienstleisters kontaktiert werden.

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