Verkehrswende  Minister Schnieder setzt auf mehr Ladesäulen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Wirksamer Klimaschutz hängt wesentlich von der CO2-Reduktion im Verkehrssektor ab. Doch die Verkehrsemissionen gehen nicht zurück. Nun sollen wieder mehr Ladesäulen helfen.

Um die Elektromobilität voranzubringen, will Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Ladeinfrastruktur weiter voranbringen.(Bild:  Volkswagen AG)
Um die Elektromobilität voranzubringen, will Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Ladeinfrastruktur weiter voranbringen.
(Bild: Volkswagen AG)

Das Bundesverkehrsministerium hat ein neues Förderprogramm für E-Auto-Ladestellen in Mehrfamilienhäusern gestartet. Laut Minister Patrick Schnieder (CDU) stehen 500 Millionen Euro zur Verfügung, um Wallboxen, Netzanschlüsse und weitere technische Ausrüstung zu installieren. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge 21 Millionen Wohnungen in Mehrparteienhäusern mit knapp 9 Millionen Stellplätzen. Hier solle die private Ladeinfrastruktur ausgebaut werden.

Die Anträge können ab dem 15. April 2026 über ein eigens eingerichtetes Förderportal gestellt werden. Dafür zeichnet die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) als Projektpartner verantwortlich. Die Zuschüsse von bis zu 2.000 Euro pro Ladepunkt sollen in getrennten Programmen an Wohnungseigentümergemeinschaften, kleine und mittlere Wohnungsunternehmen, private Vermieter sowie an Wohnungsbaugesellschaften vergeben werden.

Schnieder hob den Ausbau der Elektromobilität als zentralen Beitrag seines Ressorts zur Klimawende hervor. Man setze vor allem auf Maßnahmen, „die wirklich einzahlen“ und die „Big Points machen“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Dazu zählten insbesondere der Ausbau der Ladeinfrastruktur und Förderprogramme für E-Autos. Zwar verfüge Deutschland inzwischen über rund 200.000 Ladepunkte, gerade in Städten und bei Mehrfamilienhäusern gebe es jedoch Nachholbedarf. Elektromobilität müsse alltagstauglicher werden, denn „dann wird es attraktiv, mit dem E-Auto unterwegs zu sein“.

Grüne zweifeln an Maßnahmen 

Kritik kommt hingegen aus der Opposition. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge warf der Bundesregierung vor, im Verkehrsbereich nicht entschlossen genug vorzugehen. Die Förderung müsse stärker auf Menschen mit geringeren Einkommen ausgerichtet werden. Die Unterstützung für teure Autos und Hybridfahrzeuge sei hingegen „eine Verschwendung von notwendigem Geld“, sagte sie ebenfalls im ARD-„Morgenmagazin“.

Im Klimaschutzprogramm führt die Bundesregierung aus, wie sie ihre Klimaziele bis 2030 erreichen will. Bislang ist dies nicht gewährleistet. Als eines der größten Sorgenkinder gilt der Verkehrssektor: Nach Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) stiegen die Emissionen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf rund 146 Millionen Tonnen. Zwar wurden mehr Elektroautos neu zugelassen, der Großteil entfällt jedoch weiterhin auf Benziner und Diesel. Zudem nahm das Verkehrsaufkommen zu.

Auch im Gebäudesektor wurden die Klimaziele verfehlt. Die Emissionen stiegen dort um 3,4 Prozent auf 103,4 Millionen Tonnen – unter anderem wegen kühlerer Witterung und eines zu langsamen Umstiegs auf klimafreundliche Heizsysteme. Grünen-Fraktionschefin Dröge stellt dagegen die Wirksamkeit des gesamten Programms infrage. „Die werden so die Klimaziele nicht erreichen können“, sagte Dröge mit Blick auf die Maßnahmen der Bundesregierung.

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