Rückblick

60 Jahre Mitsubishi Colt

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So viel Raffinesse gefiel den Deutschen, zumal Ford Escort II und Opel Kadett C im Vergleich fast schon altertümlich wirkten. So avancierte der A150 zum ersten Japaner, nach dem die Deutschen Schlange standen, in knapp drei Monaten verkaufte der Importeur sein Jahreskontingent. Am Ende fanden 75.000 der flinken Fohlen den Weg auf den anspruchsvollsten europäischen Markt, darunter heißblütige Turbos, die Jagd auf schnelle GTI machten.

1991 ist Rekordjahr für Mitsubishi in Deutschland

Mit Spezialitäten konnte auch die 1984 lancierte Colt-Generation „C10“ dienen, denn diesen kleinen Japaner gab es in Deutschland als extravaganten Speedster, realisiert vom Karossier Winkelmann/Lorenz. Ein langes Autoleben garantierte weiterhin die solide Technik, jetzt auch als Diesel. Trotzdem folgte schon 1988 der neue „Colt C50“ als sportiver Dreitürer mit einem Hauch Shooting-Brake. In dieser Optik, ergänzt um eine markante Front mit gestreckter Motorhaube, kam der Colt nach dem Mauerfall auch in den neuen Bundesländern gut an: Das Jahr 1991 wurde für Mitsubishi Deutschland mit 93.648 verkauften Autos ein Rekordjahr. Den Nerv des Zeitgeists – jetzt in rundlichem Design – traf auch der 1992 folgende „Colt CA0“, der übrigens in Deutschland erfolgreich gegen ein Zwillingsmodell konkurrierte.

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Der billigere „Proton 300“ (aus Malaysia) entpuppte sich als gescheiterter Badge-Engineering-Versuch. Wenn Colt, dann mit dem Markensignet der drei Diamanten, entschieden die Kunden. Der 1996 aufgelegte, mit 3,88 Metern knackig-kurze „Colt CJ10“ gefiel den Deutschen acht Jahre lang, ehe er von einem echten Europäer abgelöst wurde. Dieser hierzulande sechste Colt namens „Z30“ entsprang 2004 der kurzlebigen Allianz von Mitsubishi Motors mit Daimler Chrysler und wurde parallel zum technisch verwandten Smart Forfour in den Niederlanden gebaut. Im Gegensatz zum glücklosen Smart schrieb der bis 2012 angebotene Colt eine Bestseller-Story, vor allem als Fünftürer mit Mikrovan-Feeling.

In Oldtimer-Kreisen spielt der Colt kaum eine Rolle

Der Dreitürer sorgte derweil als Kraftzwerg für Aufsehen, fast unkaputtbare Motoren taugten für Tuning-Experimente und vollelektrische Technologieträger waren Vorboten des weltweit ersten Großserienstromers Mitsubishi i-MiEV. Allein der skurrile „Colt CZC“, eine Coupé-Cabrio-Kreation der Carrozzeria Pininfarina, scheiterte nach nur drei Jahren. Wenn im Herbst der erste Colt aus der Allianz mit Renault auf die Straßen rollt, wird er auf außergewöhnliche Art begrüßt: Knapp ein Viertel seiner seit 1978 in Deutschland verkauften Vorgänger sind noch zuverlässig im Einsatz.

Welche Rolle der Colt als Oldtimer spielt, erklärt Expertin Aleksandra Lippert von der Oldtimer-Bewertungsorganisation Classic Analytics: „Deutschen Autokäufern ist der Colt vor allem durch das Ende der 70er Jahre verwendete, kuriose ‚Spurt- und Spar‘-Getriebe in Erinnerung geblieben, mit dem man mittels zweitem Schalthebel in allen Vorwärtsgängen zwischen einer kurzen und einer langen Übersetzung wählen konnte – in der Praxis wurde es aber, wenn überhaupt, eher als Overdrive auf der Autobahn genutzt. In Oldtimer-Kreisen spielt der Colt trotz seiner Qualitäten kaum eine Rolle, allenfalls das 125 PS starke Topmodell ‚Colt Turbo ECI‘ ist von Interesse und kostet im guten Zustand etwa 9.000 Euro.“

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