Gemeinschaftsaktion Mobil mit dem neuen Zuhause
Nicht nur die Automobilhändler müssen sich immer wieder etwas einfallen lassen, um neue Kunden zu gewinnen. Das ist auch in anderen Branchen Alltag. Wohnungen zielgruppenspezifisch
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Nicht nur die Automobilhändler müssen sich immer wieder etwas einfallen lassen, um neue Kunden zu gewinnen. Das ist auch in anderen Branchen Alltag. Wohnungen zielgruppenspezifisch zu bewerben, damit hat das Berliner Wohnungsunternehmen GSW vor einem Jahr begonnen. So gab es für Studenten, die für die Zeit ihres Studiums an stabilen Kosten interessiert sind, eine Flatrate. Sie bestand aus Miete, Internet- und Telefongebühren und dem Abo für ein Stadtmagazin. Natürlich kann die GSW so etwas nicht allein organisieren und finanzieren. Thomas Rücker, verantwortlich für Unternehmensentwicklung, geht deshalb Kooperationen ein. Seine Partner bei der aktuellen Aktion „Wohnmobile“ sind die Fiat Niederlassung Berlin und die Berliner Gaswerke (Gasag). Potenzielle Kunden sind junge Pärchen mit kleinem Geldbeutel. Das Angebot: Wer eine mindestens 50 m² große Wohnung mietet, kann für 99 Euro monatlich einen erdgasbetriebenen Panda leasen. Das Erdgas für 20 000 Kilometer gibt die Gasag kostenlos dazu.
Gemeinsame Kunden im Visier
Fiat-Niederlassungsleiter Andreas Mayer war von Rückers Idee sofort angetan. „Junge Leute mit schmalem Geldbeutel – das ist auch unsere Zielgruppe für den Panda. Und natürlich wollen wir damit Autos verkaufen“, begründet er das Engagement. Das Leasing-Angebot sei für die Kunden transparent und fair. Außerdem seien die Restwerte gut und es gebe hinterher kein böses Erwachen. Langfristig wollen die Fiat-Leute deutlich machen, dass der Importeur bei erdgasgetriebenen Fahrzeugen führend ist.
Für ein Erdgasauto haben sich die Beteiligten auch deshalb entschieden, weil in Berlin ab Januar 2008 die so genannte Umweltzone eingeführt wird. In dieser darf man sich dann nur noch mit „sauberen“ Autos bewegen. Wer das Gemeinschaftsangebot annimmt, ist also in Zukunft auf der sicheren Seite.
Auch die Gaswerke sehen ihr Engagement als Investition in die Zukunft. „Sich mit dem Kraftstoff Erdgas anzufreunden, geht am Besten über das selber erfahren“, ist Produktmanager Markus Buggisch überzeugt.
Die Aktion ist nur möglich, weil alle Teilnehmer etwas beisteuern. Denn, und da sind sich alle einig: Das Angebot muss günstig sein, damit es die Kunden auch annehmen. Ursprünglich wollten die drei Unternehmen die Aktion nur einen Monat lang durchführen. Doch sie mussten erkennen, dass „Wohnmobile“ vieler Aufklärungsarbeit bedarf. Das fängt bei den Mietberatern der GSW an, für die es ungewohnt ist, über ein Auto Auskunft zu geben, und geht weiter bis zur Niederlassung, bei der sich viele potenzielle Wohnungsmieter über den Panda informieren. Also hat man die Aktion bis Ende Oktober verlängert. Wie viele Wohnungen letztendlich vermietet werden, weiß noch keiner. Eins aber unterstreichen alle Beteiligten: „Die Leute sind satt von zu viel Werbung. Unsere Aktion bleibt eher im Kopf.“ Elvira Minack
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