Hilferufe Mobilfunkbetreiber starten Notrufsystem NG E-Call

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Automobiltechnik wird immer leistungsfähiger, doch der Notruf E-Call blieb lange unverändert rudimentär. Jetzt haben die Mobilfunkbetreiber eine neue Generation des Rettungsrufs gestartet. Die ist schneller und übermittelt deutlich mehr Informationen.

Der E-Call soll im Notfall schnelle Hilfe bringen. Jetzt startet eine technisch stark verbesserte Version der Technik.(Bild:  BMW)
Der E-Call soll im Notfall schnelle Hilfe bringen. Jetzt startet eine technisch stark verbesserte Version der Technik.
(Bild: BMW)

Das automatische Notrufsystem E-Call für Kraftfahrzeuge wird auf moderne Mobilfunktechnik umgestellt. Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber Vodafone,  Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben das neue Notrufsystem „Next Generation Emergency Call“ (NG E-Call) in ihren Netzen gestartet.

Die neue Variante des Notrufsystems setzt nicht mehr auf die rund 40 Jahre alte Mobilfunktechnik 2G (GSM) auf, sondern verwendet die aktuellen Standards 4G (LTE) und perspektivisch auch die fünfte Mobilfunkgeneration 5G.

Das E-Call-System ist ein europaweites, automatisches Notrufsystem in Kraftfahrzeugen, dessen Hauptziel es ist, die Zeit zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte drastisch zu verkürzen. Seit dem 31. März 2018 ist es in der EU für alle neu zugelassenen Fahrzeugmodellreihen Pflicht.

Automatischer Notruf bei Unfall

Wenn die Sensoren im Auto einen schweren Aufprall registrieren – wenn etwa die Airbags oder Gurtstraffer auslösen – aktiviert sich das E-Call-System selbstständig. Bei Parkremplern passiert dagegen nichts. Der Notruf funktioniert auch dann, wenn der Fahrer bewusstlos ist.

Er kann auch manuell über einen SOS-Knopf in der Dachkonsole ausgelöst werden, wenn etwa eine Person im Fahrzeug einen Herzinfarkt erleidet oder die Insassen Zeuge eines schweren Unfalls werden. Das alte System war äußerst begrenzt und konnte nur ein winziges Datenpaket von 140 Byte senden. NG E-Call hebt diese Beschränkung auf.

Künftig können umfangreichere Unfall-Daten übertragen werden, also nicht nur Standort und Uhrzeit, sondern wesentlich detailliertere Informationen, zum Beispiel welche Sensoren genau ausgelöst haben oder wie hoch die Aufprallgeschwindigkeit war.

Nach einem Unfall zählt jede Sekunde

NG E-Call ermöglicht einen schnelleren Verbindungsaufbau: Während es im 2G-Netz oft mehrere Sekunden dauert, bis es klingelt, steht die Verbindung über 4G/5G fast augenblicklich. Die EU-Kommission schätzt, dass Rettungskräfte durch E-Call nur halb so lang zum Unfallort brauchen, als wenn sie auf herkömmliche Weise alarmiert werden. Wenn erst einmal die meisten Autos damit ausgestattet sind, erwartet die EU jährlich rund 2.500 weniger Verkehrstote.

Die Einführung des neuen Fahrzeugnotrufs sei ein Sicherheitsgewinn für Verbraucher, die hierzulande auf den Straßen unterwegs sind, sagte Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von O2 Telefónica. Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei Vodafone betonte: „Rettungskräfte erhalten künftig schneller als bisher einen umfassenden Überblick über das Unfallgeschehen und können Rettungsmaßnahmen noch zielgerichteter einleiten.“ Im Notfall seien die Mobilfunknetze für ihre Kundinnen und Kunden da, ergänzte Alexander Jenbar, Technikchef der Telekom Deutschland.

Der vierte deutsche Mobilfunknetz-Betreiber, 1&1, wird das neue Notrufsystem zunächst nicht anbieten, da er bislang mit keinem Automobilhersteller einen Vertrag für Flotten-SIM-Karten hat. „Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, wird 1&1 ebenfalls NG E-Call implementieren.“

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