Mysteriöses Milliarden-Start-up greift Tesla an

Von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

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Die Elektroautobranche zieht immer wieder Investoren an. Jetzt ist in den USA ein neuer Konkurrent für Tesla aufgetaucht. Faraday Future hat bereits mehrere Tesla-Spitzenkräfte abgezogen.

Stromlinien: Mehr als eine Andeutung der Karosserieform gibt es vom Tesla-Konkurrenten Faraday noch nicht zu sehen.(Bild:  Faraday Future)
Stromlinien: Mehr als eine Andeutung der Karosserieform gibt es vom Tesla-Konkurrenten Faraday noch nicht zu sehen.
(Bild: Faraday Future)

Das vor 18 Monaten gegründete Start-up Faraday Future will mehr als eine Milliarde US-Dollar in eine Fertigung investieren und bereits 2017 eigene Elektroautos produzieren. Für die Fabrik kommen mehrere Standorte in Frage, unter anderem in Kalifornien, Georgia, Nevada und Louisiana, die Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

„Die richtige Standortwahl für unsere Fertigung ist entscheidend für unsere Ziele“, erklärt Nick Sampson, Senior Vice President bei Faraday Future und ehemaliger Chefentwickler von Tesla Motors. „Die Fertigung unseres innovativen und voll vernetzten Elektrofahrzeugs erfordert nicht nur neueste Technologien, sondern auch die richtigen Partner.“ Die Fertigung bei Faraday Future soll bereits 2017 anlaufen.

Woher die geplante Investitionssumme kommt, verrät Faraday Future indes nicht. Laut Bloomberg soll der chinesische Milliardär Jia Yueting hinter dem Start-up stehen, wobei allerdings unklar ist, ob die gesamte Summe oder nur ein Teil von dem Online-Video-Magnaten stammt. Anderen Gerüchten zufolge soll Apple hinter Faraday Future stecken.

„Wir sind in Sachen Design und Entwicklung schon ziemlich weit“, erklärt Stacy Morris, eine Sprecherin von Faraday Future. „Wir haben bereits die Daten zur Fertigung erster Prototypen und auch die wichtigsten Daten für die Serienfertigung.“ Bislang verrät das Start-up nur wenige technische Einzelheiten; so soll der Faraday-Akku mit 85 kWh etwa 15 Prozent mehr Kapazität als der Speicher im Tesla Model S haben. Was die Karosserie anbelangt, stößt man in sozialen Netzwerken bislang nur auf Design-Skizzen.

Zum Geldverdienen setze Faraday Future nicht nur auf den Verkauf der Fahrzeuge selbst, sondern auch Abos für zusätzliche Internet-Dienste, Apps und Unterhaltung, sagt Nick Sampson. „Wir betrachten es als ein Smartphone. Die Umsätze beginnen zu fließen, wenn man das Gerät in die Hand des Besitzers bekommen hat.“

Viele Mitarbeiter mit Tesla-Vergangenheit

Die Zentrale von Faraday Future befindet sich in der ehemaligen Verkaufsniederlassung von Nissan in Gardena. Das Unternehmen rekrutiert derzeit hochrangige Experten für seine Ziele. Zu den 400 Mitarbeitern gehören neben Nick Sampson bereits Dag Reckhorn, ehemaliger Leiter der Fertigung bei Tesla, Richard Kim, ehemals Chefdesigner bei BMW, Alan Cherry, Ex-Personalchef bei Tesla und Tom Wessner, früherer Leiter des Einkaufs bei Tesla. Auch Ex-Mitarbeiter von Ferrari und Lamborghini zählen zum Team.

Ebenfalls bei Faraday Future beschäftigt ist ein Akkuspezialist von Space X, dem Raumfahrtunternehmen von Tesla-Chef Elon Musk. Stöbert man bei LinkedIn, so finden sich weitere Mitarbeiter, die beispielsweise früher bei Ford, General Motors, Volvo sowie Facebook oder Google waren. Bis zum Jahresende soll die Belegschaft von Faraday Future auf 500 Mitarbeiter anwachsen.

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