Nachahmerprodukte sind gefährlich

Redakteur: Markus Lauer

Kfz-Werkstätten sollten bei der Reparatur nur Ersatzteile in Erstausrüsterqualität verwenden.

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Qualität ist das A und O bei Ersatzteilen in der Schwingungstechnik. Denn meist handelt es sich um Produkte, die bereits in ihrer Entwicklungsphase gezielt auf die Gesamtkonstruktion der Motoren und Getriebe der jeweiligen Fahrzeugmodelle abgestimmt werden müssen. Für Freie Werkstätten lohnt es sich hier also, auf Erstausrüsterqualität zu achten.

Wer stattdessen auf Nachahmerprodukte setzt, kann gerade bei solch sensiblen Komponenten wie Kurbelwellendämpfern schmerzhafte Erfahrungen machen. Denn fehlende Qualität führt schnell zu schweren Defekten am Motor.

Die entkoppelte Riemenscheibe (ERS), das Hydrolager und der intelligente Simmerring von Corteco sind Beispiele für technologische Fortschritte, von denen nicht nur Kfz-Hersteller und Autofahrer profitieren, sondern auch die Freien Werkstätten.

Spezialfall Diesel

Die entkoppelte Riemenscheibe (ERS) wurde speziell für Dieselfahrzeuge entwickelt. Sie entkoppelt die Riemenscheibe mit ihrer Elastomer-Metallverbindung von der Kurbelwelle.

Dadurch reduzieren sich die Resonanzschwingungen, die bei Dieselfahrzeugen ansonsten besonders hoch wären und das Fahrgefühl für die Insassen negativ beeinträchtigen. Vor allem sorgt die entkoppelte Riemenscheibe für eine geringere Belastung der angrenzenden Bauteile.

Insbesondere entkoppelte Riemenscheiben bei Dieselfahrzeugen sind aufgrund der hohen Resonanzschwingungen großen Gefahren ausgesetzt. Funktionieren diese nicht optimal, so kann es im schlimmsten Fall durch einen Kurbelwellenbruch zu einem schweren Motorschaden kommen.

Um bis zu 90 Prozent werden die Kräfte im Riementrieb durch die Entkopplungsfunktion gemindert. Dies erhöht die Lebensdauer aller Riementriebsaggregate wie Generator, Lenkhilfepumpe, Wasserpumpe und Riemenspanner.

Mit über 50 Riemenscheiben bietet das Unternehmen das breiteste Sortiment in Europa. Insgesamt beinhaltet das Corteco-Sortiment Schwingungsteile für über 27.500 Fahrzeuganwendungen.

Auch das Hydrolager, das sich automatisch an die Drehzahl anpasst, sorgt für eine bessere Dämpfung der Motorvibrationen und somit für eine noch effektivere Schonung des Motors. Dieses Bauteil wurde speziell für Dieselfahrzeuge konzipiert.

Originalteile halten

Weitere Techniken bietet Corteco beispielsweise beim Simmerring, gemeinsam mit dem Hersteller Freudenberg. Die „intelligente“ Variante ist mit einem Encoder ausgestattet, der es ermöglicht, unterschiedliche Daten der Kurbelwelle zu messen – beispielsweise die Drehzahl. Diese Informationen verwendet die Motorsteuerung, um den Schadstoffausstoß positiv zu beeinflussen.

So wie es für Automobilhersteller im weltweiten Wettbewerb um Innovationsführerschaft selbst im kleinsten Teil des Fahrzeugs geht, ist es für Freie Werkstätten wichtig, Qualitätsersatzteile verfügbar zu haben, die robust sind und eine hohe Lebensdauer aufweisen. Alles andere führt zu frühzeitigen Reklamationen und letztendlich zur Beeinträchtigung des Kundenvertrauens.

Das Beispiel Simmerring zeigt, wie wertvoll Erstausrüsterqualität ist: Aktuellen Tests zufolge ist das Bauteil auch nach 24 Stunden Testlaufzeit wie neu. Imitate dagegen weisen nach gleicher Belastung bereits Risse, Abrieb und Rillenbildung auf.

Schäden vermeiden

Thomas Schäfer, Geschäftsführer von Corteco, erklärt: „Teile wie Riementrieb und Riemenscheiben sind hohen Belastungen ausgesetzt und für den Fahrkomfort und für den Schutz der Kurbelwelle vor Defekten unverzichtbar. Um ihre Funktion langfristig und optimal erfüllen zu können, müssen solche Produkte hundertprozentig auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt sein.“

Wer bei schwingungstechnischen Produkten auf nachgebaute Teile oder gar Plagiate setzt, spart am falschen Ende: Denn fehlende Qualität kann schnell zu schweren Defekten am Motor führen. Weitere Risiken bestehen darin, dass die Nebenaggregate versagen oder die Lenkhilfeunterstützung ausfällt und damit das Fahrzeug liegen bleibt. Meist führt bereits der Mangel an Komfort durch verstärktes Auftreten von Brumm-, Anschlag- oder Klack-Geräuschen zu einer zunehmenden Unzufriedenheit des Kunden.

Vergleiche zeigen: Teile in Erstausrüstungsqualität funktionieren selbst nach 100.000 Kilometern noch zuverlässig, während Nachahmerprodukte bereits nach kurzen Laufzeiten zu Kundenreklamationen führen können. Das sollten Freie Werkstätten vermeiden.

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