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Spannend ist die Frage, wie es der Konzern schaffen will, seine Kernmarke Fiat höher zu positionieren. Denn auch das hatte Marchionne im Interview mit der italienischen Zeitschrift verkündet: Man setze künftig nur noch auf die zwei Modellfamilien Panda und 500 und wolle weg vom unteren und mittleren Preissegment.
„Fiat ist lange vernachlässigt worden“
Der Panda und eine höhere Marktpositionierung – passt das zusammen? Nach Ansicht von Bratzel stehen die Chancen schlecht, dass Sergio Marchionne dieser Spagat gelingen wird. „Das Problem ist nicht nur, dass Fiat kein Premiumimage hat und es mit dem Panda und dem 500 schwer sein wird, es zu erreichen. Sergio Marchionne hat den Fokus in den vergangenen paar Jahren in erster Linie auf die USA gelegt und die Marke Fiat in dieser Zeit vernachlässigt.“
Auch Jürgen Pieper glaubt nicht, dass der Konzernchef mit seiner Fiat-Neupositionierung Erfolg haben wird: „Sergio Marchionne ist ein ganz großer Stratege und Finanzmann, und seine Leistungen in den vergangenen Jahren sind beachtlich. Aber er ist zu wenig Automann. Die Kernmarke Fiat ist in Europa mittlerweile unterdurchschnittlich unterwegs.“
Die erfolgreiche Einführung des Fiat 500 bezeichnet Pieper als Glücksgriff. Mit begrenzten Mitteln sei ein sehr gutes Produkt entwickelt worden. Der Analyst glaubt aber nicht, dass es gelingen wird, diese Erfolgsstory zu wiederholen und mit nur zwei Produkten gegen die immer breiter aufgestellten Wettbewerber zu bestehen: „Ich sehe die Chancen bei Null, dass es gelingen wird, den Panda höher zu positionieren. Ich sehe auch für die Marke Fiat in den kommenden drei Jahren keine Verbesserung.“ Sergio Marchionne werde diese Aufgabe nicht mal ansatzweise meistern, glaubt er. Sollten die guten Gewinne von Chrysler wegfallen, werde man sehen, was von Fiat übrig geblieben sei, nämlich sehr wenig.
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