Weinsberg wagt sich mit einem Expeditionsmobil auf Neuland vor und Knaus stellt ein zukunftsweisendes Innenraumkonzept bei seinem neuen Campervan Cascan in Aussicht. Die größte Innovation aber ist ein Griff ins Klo. Die Preise purzeln derweil im Einstiegsbereich.
Mit dem X-Pedition 600 MQ betritt die Marke Weinsberg völliges Neuland.
(Bild: Weinsberg)
Die Knaus-Tabbert-Gruppe gehört zu den größten Aktivposten in der Caravaning-Branche. Das Unternehmen traut sich mit Blick in die Zukunft auch an neuartige, mutige Konzepte heran wie zuletzt mit dem Knaus Tourer CUV und seinem spektakulären Mega-Hubdach, ein kompakter Teilintegrierter auf Basis des beliebten VW-Bullis.
Kein Wunder also, dass auch die Präsentation des Modelljahrgangs 2025 wieder ein breit gefächertes Neuheiten-Aufgebot parat hält. Das reicht von der nachhaltigen Camper-Toilette Cleanflex bis zu den zwei markanten Camper-Van-Weltpremieren Knaus Cascan und Weinsberg X-Pedition, jeweils auf Basis des Mercedes Sprinter.
Nach den Preissteigerungen bis zu 15 Prozent durch die Corona-Pandemie, Lieferschwierigkeiten und Inflation, was zuletzt gerade bei den Campingbussen zu Überproduktion und hohen Lagerbeständen geführt hat, sinken die Preise nunmehr wieder. Das geschieht bei Knaus-Tabbert einmal in Form von günstigen Editionsmodellen, die mit umfangreicher Ausstattung Preisvorteile von 5.000 bis annähernd 20.000 Euro bieten. Beispiele sind bei Weinsberg der Cara-One-Wohnwagen, der in der Hot-Edition ab 19.000 Euro eine Ersparnis von 5.750 Euro erbringt, oder der Teilintegrierte Cara Bus, der als Sondermodell Fire auch mit dem stärkeren 103 kW/140-PS-Diesel von Fiat ab 58.200 Euro zu haben ist. Als voll ausgestattete Platinum-Modelle sind die fünf Camper-Van-Varianten der Knaus Box-Life-Baureihe ab 63.400 Euro im Angebot, und die größeren Teilintegrierten Live TI (ab 75.900 Euro) und Live Wave (ab 79.900 Euro) erfreuen ihre künftigen Besitzer mit einem Preisvorteil von gut 19.000 Euro.
Nachfolge-Baureihen trotz Produktverbesserungen günstiger anzubieten, nutzt die Knaus-Tabbert als zweite Stellschraube für reduzierte Preise. So startet der neue Tabbert Cazadora, der als Caravan für den Volumenmarkt den bisherigen Da Vinci ersetzt, schon mit rund 26.000 Euro und liegt bei allen sieben verfügbaren Grundrissen etwa 3.000 Euro unterhalb seines Vorgängers. Mit dem ebenfalls erneuerten und preiswerter offerierten Wohnanhänger Sport (ab 19.200 Euro) hat Knaus erstmals wieder einen Wohnwagen unter 20.000 Euro im Programm. Und der neu konstruierte Camper-Van Knaus Boxlife Pro (ab 56.900 Euro) wird zwischen 2.000 und 4.400 Euro billiger angeboten als das bisherige Modell.
Cascan soll das mobile Wohnen neu erfinden
Kommen wir zu den Weltpremieren. Der sieben Meter lange Cascan basiert auf dem Mercedes Sprinter und soll eine neue zukunftsweisende Form des kompakten mobilen Wohnens repräsentieren. Allerdings hinkt die Knaus-Tabbert-Gruppe dem Zeitplan hinterher, es wird lediglich eine äußerlich fertige Cascan-Studie auf der Ausstellung real vorgeführt, während man den durchgestylten Innenraum lediglich digital mit einer Virtual-Reality-Brille erleben kann.
Umso realer ist der Weinsberg X-Pedition 600 MQ, mit dem die Marke völliges Neuland betritt. Der Sprinter-Ausbau ist „für echte Entdecker und Abenteurer“ gedacht und verkörpert das auch mit seinem robusten Offroader-Outfit mit markanter Fahrzeuggrafik. Der X-Pedition steht auf mächtigen All-Terrain-Reifen der Dimension 245/75 R 16, wird aber mit einem 110 kW/150-PS-Diesel zu einem Grundpreis ab 119.890 Euro nur mit Hinterradantrieb angeboten. Optional kann das neue Weinsberg-Topmodell auch auf dem Allrad-Chassis des Sprinters inklusive einer Höherlegung um zehn Zentimeter geordert werden, was den Preis jedoch weiter in die Höhe treibt. Der X-Pedition hat als erstes Fahrzeug auch die neue Cleanflex-Toilette serienmäßig an Bord.
Ach ja, eine Toilette als Innovation – wie ist das möglich? In Wohnmobilen sind seit gut 30 Jahren Chemie-Toiletten die gängige Lösung für kleine und große Geschäfte. Wer möglichst autark reisen will oder ökologischer denkt, bevorzugt dagegen eher Trockentoiletten. Wegen der Unabhängigkeit von Frischwasser und weil auf umweltbelastende Chemikalien, die stets eine zugelassene Entsorgungsstation erforderlich machen, verzichtet werden kann. Knaus hat nun mit dem selbst entwickelten System Cleanflex eine Alternative zum Cassetten-Porta-Potti erschaffen, die viele Vorteile aufweist. Hygienisch, nachhaltig und ohne Geruchsbelästigung.
Folienschlauch statt klassischer Spülung
Cleanflex basiert auf einem Endlos-Folienschlauch, der die Kloschüssel bedeckt und am unteren Ende verschlossen ist. Nach jeder Toilettennutzung wird auf Knopfdruck der Folienbeutel samt Inhalt ein Stück weiter nach unten gezogen und samt Inhalt am oberen Ende mit Hilfe eines Hitzedrahts, der von einem integrierten Akku gespeist wird, verschweißt. Das dicht verschweißte Päckchen landet ohne jede Geruchsbelästigung in einer Schublade und kann dann problemlos im Restmüll entsorgt werden, so wie das jeder vorbildliche Hundebesitzer tagtäglich mit den Hinterlassenschaften seines Vierbeiners macht. Ein Folienschlauch reicht für etwa 35 Toilettengänge und soll etwa 20 Euro kosten.
Die Cleanflex-Toilette, die – sofern nicht serienmäßig an Bord - für 485 Euro angeboten wird, schafft zudem neue Freiheiten in der Funktionsgestaltung der Dusch-/Waschräume. Da keine Spülung notwendig ist, hält der Frischwasservorrat länger, und die Toilette lässt sich problemlos so montieren, dass sie bei Nichtnutzung in eine Nische geschoben werden kann. Zudem entfällt die sonst nötige Außenklappe in der Außenwand, was möglicherweise auch kreativere Innenraumgestaltungen zulässt. Und das werden die experimentierfreudigen Entwickler bei Knaus-Tabbert gewiss für die Zukunft nutzen.
Stand: 08.12.2025
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