Opel: Calibra – und dann war Schluss

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Die Situation heute

Mit der Produktionseinstellung des Calibra im Jahr 1997 war bei Opel die Ära der eigenständigen Sportcoupés zu Ende gegangen – er war somit der „Letzte seiner Art“. Auch bei VW war nach dem Corrado zuerst einmal lange Pause – bis vor Kurzem der neue Scirocco auf der automobilen Bildfläche erschien.

Obwohl die letzten Calibra-Modelle gerade rund zwölf Jahre alt sind, stellt sich die Frage: Welchen automobilhistorischen Stellenwert hat der Calibra heute oder wird er künftig einnehmen können?

Von den in Deutschland und Finnland produzierten Opel Calibra dürften zirka 60 Prozent im Inland ausgeliefert worden sein. Von diesen zirka 140.000 Einheiten sind nach Angaben des KBA noch 23.385 „aktive“ Fahrzeuge vorhanden:

Erwartungsgemäß lässt sich für den Turbo 4x4 anhand des Bestands und seines Marktwerts bereits heute ein gewisser Kultstatus ablesen – zumindest dieses Modell wird sich in den nächsten Jahren vom einfachen Gebrauchtwagen zum geschätzten Youngtimer entwickeln.

Auch aus technischer Sicht war der Calibra ein interessantes Fahrzeug:

  • Mit einem cw-Wert von 0,26 war er vorübergehend Aerodynamik-Weltmeister der Serienfahrzeuge.
  • Der 2.0-i-16V-Motor war in der ursprünglichen Version mit 110 kW vorübergehend der Otto-Saugmotor mit dem weltweit höchsten Gesamtwirkungsgrad (37 Prozent) – dieser Motor wurde erstmals im Kadett GSI verbaut und war für Opel der erste DOHC mit vier Ventilen in Großserie.
  • Der 2.0 i Turbo hatte den ersten in einen Abgaskrümmer integrierten Abgasturbolader (Modell KKK).
  • 1994, 1995 und 1996 war Opel mit einem bis zu 500 PS starken Calibra im Tourenwagenrennsport aktiv.

Welches Exemplar nehmen?

Abgesehen von den bekannten Qualitätsproblemen dieser Zeit auch bei Opel hatten die Rüsselsheimer beim Calibra alles richtig gemacht. Für Großserienhersteller wie Opel in Verbindung mit GM waren (und sind) Stückzahlen von weniger als einer Million für eine Modellreihe jedoch grundsätzlich uninteressant – und somit blieb der Calibra bis heute ohne echten Nachfolger.

Im Hinblick auf den automobilhistorischen Stellenwert des Calibra wäre es wünschenswert, wenn neben den Turbomodellen auch noch weitere Modellvarianten überleben würden, wie z. B. der kultivierte Sechszylinder oder auch die Basismodelle.

Hierzu zählen natürlich auch Sondermodelle, von denen es auch einige interessante Calibra-Ausführungen gab. Neben dem luxuriösen „Classic“ waren das vor allem die sportlichen Exemplare Calibra „DTM Edition“ und das Sondermodell „Cliff Motorsport Edition“, mit dem Opel seine DTM-Erfolge zelebrierte. Das Besondere: Kunden konnten die Sondermodelle mit unterschiedlichen Motorisierungen ordern.

Ein großes Problem dieser Fahrzeuge ist der Rost – es lässt sich jedoch recht einfach „lösen“ – durch Erhalt eines Calibra aus finnischer Produktion, erkennbar an der Produktionsort-Kennziffer „9“ in der Fahrzeugidentnummer anstatt der „1“ für Rüsselsheim. Denn die etwa 40 Prozent der Calibra-Produktion, die von der Firma Valmet Automotive im finnischen Uusikaupunki hergestellt wurden, rosten im Regelfall deutlich weniger als die Exemplare aus Rüsselsheim.

Aktuelle Marktwerte, Bestandszahlen sowie die Durchschnittspreise beim Internetportal „Mobile“ für den Opel Calibra finden Sie rechts im Kasten „Mehr zum Thema“.

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