Orth gegen BMW: Händler lässt nicht locker
Ex-BMW-Händler Heribert Orth aus Trier hat weitere Geld-Forderungen gegen BMW bekräftigt. Die Rechtsabteilung des Herstellers hat es mit einem zähen Gegner zu tun.
Ex-BMW-Händler Heribert Orth aus Trier hat weitere Geld-Forderungen gegen BMW aus den späten 90er Jahren bekräftigt. Diese Ansprüche hat die Rechtsabteilung des Herstellers nun zurückgewiesen. In einem Schreiben, das »kfz-betrieb ONLINE« vorliegt, halten die BMW-Anwälte die Forderungen für verjährt. Der Hersteller stellt auch seinerseits Ansprüche aus dem entsprechenden Zeitraum in Höhe eines fünfstelligen Euro-Betrags gegen den Händler, für die der Verjährungsaspekt allerdings keine Rolle spielen soll.
Die Autohaus Mofa GmbH in Trier, deren Geschäftsführer Heribert Orth ist, fordert Schadenersatz von BMW, weil 1997 bis 1998 der Verkauf von Neufahrzeugen nach Luxemburg durch eine um zwei Prozent niedrigere Provision behindert worden sei. BMW hatte das umstrittene Preissystem später geändert. Orths Rechtsberater sind davon überzeugt, dass sich spätestens der Bundesgerichtshof (BGH) maßgeblich am Europäischen Recht orientieren wird, dessen Auslegung den Fall zu Gunsten des Händlers entscheiden könnte. Nach Ansicht der Orth-Berater kann der Autobauer zudem aufgrund besonderer Umstände nicht auf eine Verjährung zählen.
Dieser Perspektive hatte sich BMW schon einmal gebeugt, als der Hersteller die zuletzt gestellten Orth-Forderungen in einem anderen Fall im Vorfeld eines drohenden BGH-Urteils Ende November außergerichtlich beglich.
"Taschenspielertricks"
Heribert Orth ist heute noch verärgert über die damaligen Presseerklärungen des Herstellers. BMW hatte den Ausgang des Verfahrens quasi für sich als Erfolg verbucht. "Bedauerlich, dass sich ein Premium-Hersteller nicht wie ein solcher verhält und sich solcher Taschenspielertricks bedient. Schließlich waren sie es, die sich mit der Klaglosstellung Recht und Gesetz entzogen und lieber gleich gezahlt haben", entrüstet sich der Trierer Händler.
Der Betrieb, dessen Forderungen BMW nun ablehnt, verkauft seit 1928 Fahrzeuge des Münchner Herstellers.