ZDK-Kritik Pauschales Verbrenner-Verbot geht an der Realität vorbei

Von Doris S. Pfaff 7 min Lesedauer

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Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler erklärt die Position des ZDK in Bezug auf die E-Mobilität. Ein Rückrudern sei ein falsches Signal und mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit riskant. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit. Aber: Nur auf Stromer zu setzen, sei der falsche Weg.

ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler erläutert die Position des ZDK in der Debatte um die Forderung nach der Rücknahme des Verbrenner-Aus: Ein einfaches Ja oder Nein gibt es nicht.  (Bild:  Promotor)
ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler erläutert die Position des ZDK in der Debatte um die Forderung nach der Rücknahme des Verbrenner-Aus: Ein einfaches Ja oder Nein gibt es nicht.
(Bild: Promotor)

Redaktion: Spätestens seit dem Regierungswechsel hat die Debatte um die Rücknahme des EU-Verbrenner-Verbots wieder Fahrt aufgenommen. Wie ist dazu die Position des ZDK?

Jürgen Hasler: Ein pauschales Verbot neuer Verbrennerfahrzeuge ab 2035 geht an der Realität vorbei. Als ZDK fordern wir aber keine plakative Aufhebung des Verbots, sondern einen realitätsnahen Kurswechsel in der europäischen CO2-Flottenregulierung – eine Regulierung, die Innovation fördert, statt sie zu blockieren. Dazu zählen ausdrücklich auch moderne, hocheffiziente Verbrenner, sofern sie mit alternativen Kraftstoffen wie E-Fuels, fortschrittlichen Biokraftstoffen oder HVO CO2-neutral betrieben werden. Wir plädieren für die Einführung eines „Carbon Correction Factors“, der neben batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) auch erneuerbare Kraftstoffe wie Wasserstoff und synthetische Energieträger in die CO2-Bilanz einbezieht. Mit diesem Ansatz unterscheiden wir uns von den lauten Rufen nach einer einseitigen Rücknahme des Verbrenner-Aus und setzen nicht auf schnelle Schlagzeilen, sondern auf eine ausgewogene Politik, die Klima- und Unternehmensziele gleichermaßen berücksichtigt. Wir argumentieren mit dem Florett, nicht mit dem Schwert.