Personalkarussell mit Dominoeffekt in der Brüsseler Generaldirektion Wettbewerb
Nachdem die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Kfz-GVO langsam abflachen, dreht sich in der Generaldirektion Wettbewerb das Personalkarussell.
Noch sind die Wogen im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Kfz-GVO nicht geglättet, dreht sich in Brüssel bereits das Personalkarussell. Der Generaldirektor der Generaldirektion Wettbewerb, Sven Norberg, wurde in den Ruhestand versetzt. Eric van Ginderachter, der bei der europäischen Behörde für die Abteilung Automobil verantwortlich war, ist versetzt worden. Er nimmt nun die Aufgabe als Abteilungsleiter der Einheit "Telekom und Post" wahr. "Dies ist eine der wichtigsten und größten Abteilungen der Generaldirektion. Der Bereich ist eine Priorität unserer Wettbewerbspolitik", heißt es auf Anfrage von "kfz-betrieb Online" aus Brüssel. Sein Nachfolger im Automobilsektor sei bislang noch nicht bestimmt.
Bislang sind in Brüssel Hubert Gambs und Konrad Schumm, Ansprechpartner für die deutschen Hersteller und Händler im Rahmen der neuen Kfz-GVO, noch in Amt und Würden. Wie jedoch aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, muss auch mit ihrer Versetzung gerechnet werden. Personalwechsel dieser Art seien in der europäischen Behörde nicht unüblich, heißt es. Sie sollen dazu dienen, einem "Scheuklappendenken" der Mitarbeiter in den verschiedenen Brüsseler Kommissionen vorzubeugen. Ob sie jedoch tatsächlich immer sinnvoll sind, darf insbesondere in diesem Fall bezweifelt werden. Denn die Umsetzung der neuen Kfz-GVO ist beileibe noch nicht abgeschlossen. Und das Wissen der Verantwortlichen zur Kraftfahrzeug-Problematik liegt nun in anderen Abteilungen brach.
Vor allem mündliche Auskünfte und Interpretationen könnten durch die Personalrochaden nach Mitteilung von CECRA-Präsident Jürgen Creutzig verloren gehen. Deshalb rät er, Anfragen an die Generaldirektion Wettbewerb ab sofort in schriftlicher Form zu stellen.