Peugeot Österreich: Streit mit Händlern eskaliert

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Freies Spiel der Kräfte führt zu Zweiklassengesellschaft

„Es gilt das freie Spiel der Kräfte“, erläutert Kalcher. Die Betriebe müssten sich an nichts mehr halten: „Sie müssen nur noch das machen, was sie als gut empfinden.“ Dabei sind natürlich die großen und starken Betriebe im Vorteil.

Für die kleinen Autohäuser wird es schwierig. „Ein finanziell ausgebluteter Betrieb kann sich kaum wehren“, bedauert Kalcher. Der Verband befürchtet die Entwicklung zur „Zweiklassengesellschaft“, die ein Schritt zur Neuausrichtung des Händlernetzes sein könnte. Beim Importeur sieht man dies erwartungsgemäß anders, hier will man an der aktuellen Größe festhalten.

Verschärfend dürften sich die Maßnahmen von Peugeot Österreich auswirken. Nachdem der Importeur in den vergangenen Jahren die Umsetzung der CI-Richtlinie eher lax nahm, muss nun bis Jahresende jeder Betrieb die Vorgaben erfüllen. „Das kann einen Händler schnell einen sechsstelligen Euro-Betrag kosten“, präzisiert Kalcher.

Zudem hat der Importeur die Weiterbildungsmaßnahmen für die Händler neu geordnet. Auf einen Vier-Mann-Betrieb kommen nun jährliche Mindestkosten in Höhe von 2.700 Euro für Fortbildungsmaßnahmen zu.

„Das ist alles andere als partnerschaftlich“, kritisiert Kalcher. Er bedauert die Entwicklung. „Wir suchen weiter das Gespräch mit dem Importeur. Der Händlerverband ist aber nicht bereit, die Vorgaben von Peugeot Österreich mitzutragen und zu unterschreiben, ohne dass darüber ein Dialog stattgefunden hat.“

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