Austausch mit der Politik Kfz-Gewerbe am Autogipfel beteiligen

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Mit Politikern im Autohaus sprechen – diese Strategie setzt das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg konsequent um. Im Autohaus Südstern-Bölle in Donaueschingen ging es unter anderem um Chinazölle und E-Autos.

Austausch im Autohaus: Diesmal trafen Präsident Michael Ziegler (5. v. l.)  und Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß (6. v. l.) den Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (4. v. l.) in einem Autohaus in Donaueschingen. Mit dabei Südstern-Bölle-Vorstand Ingo Engel ( 2. v. l.), Rainer Leenen, Verkaufsleiter Pkw (3. v. l.), und Innungsgeschäftsführer Sven Schreijäck (r.) (Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Austausch im Autohaus: Diesmal trafen Präsident Michael Ziegler (5. v. l.) und Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß (6. v. l.) den Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei (4. v. l.) in einem Autohaus in Donaueschingen. Mit dabei Südstern-Bölle-Vorstand Ingo Engel ( 2. v. l.), Rainer Leenen, Verkaufsleiter Pkw (3. v. l.), und Innungsgeschäftsführer Sven Schreijäck (r.)
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

„Die deutsche Automobilwirtschaft steht vor ihrer größten Transformation seit der Erfindung des Autos. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen“, betonte Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg. Im Autohaus Südstern in Donaueschingen setzte der Landesverband seine Gesprächsreihe mit Politikern in Kfz-Betrieben fort. Diesmal kam Thorsten Frei, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Einladung nach.

In einem mehrstündigen Gespräch analysierten die Experten aus Verband und Unternehmen mit dem Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Schwarzwald-Baar und Oberes Kinzigtal die aktuellen Herausforderungen der Branche und erörterten Lösungsansätze.

„Unser Wirtschaftsmotor läuft nicht mehr rund“, so Ziegler. Dem pflichtete der Politiker bei und teilte die Sorgen Zieglers. Die Automobilbranche sei ein Eckpfeiler der Wirtschaft. Die aktuellen Entwicklungen seien bedenklich. Gemeinsam verwiesen sie beispielhaft auf den geplanten Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen beim Autozulieferer ZF, Stellenstreichungen bei Volkswagen und BASF sowie Netto-Investitionsabflüsse aus Deutschland von über 300 Milliarden Euro in den letzten drei Jahren.

Verlässliche E-Förderung ist nötig

Im Fokus des Gesprächs standen auch die schwierigen Marktentwicklungen bei E-Autos. Südstern-Bölle-Vorstand Ingo Engel erklärte: „Der Markt spricht eine klare Sprache: Ohne Subventionen pendelt sich der E-Auto-Anteil bei etwa 15 Prozent ein, getragen vor allem von gewerblichen Kunden. So werden wir die ambitionierten Ziele der Bundesregierung nur schwerlich erreichen. Wir brauchen mehr Technologievielfalt, um die Wünsche der Kundinnen und Kunden bedienen zu können.“

Ziegler hält zusätzlich eine verlässliche Förderung der E-Mobilität und einen beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie Planungssicherheit vonnöten, wenn das E-Auto am Markt ankommen soll.

Strafzölle gegen China wären ein Eigentor

Kritisch äußerten sich die Gesprächspartner zu Strafzöllen auf chinesische Produkte: „Strafzölle wären ein Eigentor für den Automobilstandort Deutschland“, warnte Ziegler eindringlich. Auch hier stimmte Frei zu. Ziel der Politik müsse sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu stärken und nicht den europäischen Markt abzuschotten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der wirtschaftlichen Bedeutung des Kfz-Gewerbes. Ziegler betonte: „Mit 480.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 207 Milliarden Euro sind wir die größte Säule der Automobilwirtschaft im Inland, und zwar noch vor den Herstellern und weit vor den Zulieferern. Es ist höchste Zeit, dass wir auch bei den Autogipfeln im Kanzleramt vertreten sind.“ Frei sicherte zu, sich für eine stärkere Einbindung des Kfz-Gewerbes einzusetzen.

Kfz-Gewerbe fordert Bürokratieabbau

Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß hob zudem die Notwendigkeit des Bürokratieabbaus hervor: „Unsere Betriebe ächzen unter der Last von Überregulierung und ausufernder Bürokratie. Von Doppelprüfungen bei der technischen Fahrzeugüberwachung über Geldwäscheprävention bis hin zu komplexen Datenschutzauflagen – wir brauchen dringend Entlastung. Die Unternehmer wollen das nicht mehr. Wir haben diesbezüglich längst einen Kipppunkt erreicht.“

Der Bundespolitiker Frei zeigte sich beeindruckt von der Komplexität der Herausforderungen: „Dieses Gespräch hat mir verdeutlicht, wie zentral das Kfz-Gewerbe für unsere Wirtschaft ist. Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft insgesamt, aber auch für diese Schlüsselbranche verbessern. Dazu gehört auch eine Senkung der Steuerlast auf internationales Durchschnittsniveau für Unternehmen und die Entlastung der Arbeitnehmer, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu beleben.“

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