Porsche-Händler noch nicht aufgeklärt

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Porsche-Händlerbeirat kennt Inhalt und Struktur der neuen Verträge noch nicht.

Die deutschen Porsche-Händler warten immer noch auf Informationen aus Zuffenhausen, was die Ausgestaltung der neuen Händlerverträge anbelangt. Gestern klärten die EU-Kommission und Porsche die Presse über das neue Vertriebs- und Servicesystem des Herstellers auf. Richard Nestler, Mitglied des Porsche-Händlerbeirates und Geschäftsführer des Porsche Zentrums Essen, möchte die neuen Verträge erst einmal unter die Lupe nehmen, bevor er sie in der Öffentlichkeit kommentiert. Nestler erwartet, dass im Laufe des heutigen Tages die Handelsorganisation Bescheid bekommt von Porsche. Nestler begrüßte die erreichte "Exklusivität" des Verkaufs von Porsche-Fahrzeugen.

Beim After Sales- und Servicegeschäft habe es auch früher schon Werkstätten gegeben, die ältere Fahrzeuge reparierten. Hier komme es nun auf die zu erfüllenden Standards an. Nach nicht bestätigten Angaben bewerben sich etwa zwei Dutzend Freie Werkstätten um einen Porsche-Servicevertrag.

Der Inhaber einer Freien Werkstätte aus dem süddeutschen Raum signalisierte gegenüber "kfz-betrieb" ONLINE, dass nun wichtig sei, dass die geforderten Standards auch für kleinere Spezialbetriebe bezahlbar blieben. Damit sich Kfz-Betriebe nicht einfach in das lukrative Servicegeschäft von Porsche einkauften, müsse zudem die notwendige Fachkompetenz in Schulungen erworben werden und in abzulegenden Prüfungen unter Beweis gestellt werden.

Wie aus Porsche-Kreisen zu hören war, sollen die neuen Verträge aller Wahrscheinlichkeit nach bis Anfang August den Porsche-Partnern zur Unterschrift vorliegen.

Wie "kfz-betrieb" ONLINE weiter erfuhr, hat der Porsche-Händlerbeirat in der vergangenen Woche mit Frank Menzel vom Porsche Zentrum Bielefeld einen neuen Vorsitzenden gewählt. Die offizielle Meldung darüber wird in den nächsten Tagen veröffentlicht.