Preisharmonisierung mit Hindernissen
Es ist scheinbar ein langer Weg zur europaweiten Preisharmonisierung. Jüngstes Beispiel ist der VW Touran.
Die Preisunterschiede bei Neufahrzeugen von bis zu 30 Prozent zwischen den europäischen Billig- und Hochpreisländern haben in der Branche immer wieder zu heftigen Diskussionen geführt. Vor allem in Deutschland wurde das Preisgefälle kritisiert. Ein Händler mit Sitz an der Grenze zu Luxemburg bekommt dies derzeit wieder deutlich zu spüren. Im Nachbarland werde der neue Kompakt-Van Touran von Händlern bis zu 3.000 Euro unter dem Listenpreis in Deutschland angeboten, weiß er zu berichten. "Ein Todesstoß für Betriebe in Grenzregionen", so sein Fazit.
Der Volkswagen-Konzern kann sich diese Preisdifferenz nicht erklären. "Wir haben die Preisharmonisierung in Europa mittlerweile mit Abweichungen zwischen 5 bis 8 Prozent realisiert", heißt es aus der Wolfsburger Zentrale. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber "kfz-betrieb" Online, dass man die Politik der Preisharmonisierung weiter fortführen werde.
Zuletzt hatte Detlef Wittig, Mitglied Markenvorstand Volkswagen für den Geschäftsbereich Vertrieb und Marketing, die diesbezügliche Marschroute deutlich vorgegeben. "Für Volkswagen stehen in diesem Zusammenhang das Kundeninteresse aber auch die Profitabilität der Handelsorganisation im Vordergrund. Der Beitrag von Volkswagen zu einer Angleichung der Kundenpreise ist die schrittweise Harmonisierung der Nettopreise vor Steuern", sagte der VW-Markenvorstand auf dem Cecra-Kongress im September vergangenen Jahres in Frankfurt. VW werde seine Hausaufgaben in den nächsten zwei Jahren mit der weitgehenden Angleichung der Werksabgabepreise machen, kündigte Wittig damals an. Doch die dringend notwendige Harmonisierung der europäischen Steuersysteme sei Grundvoraussetzung für einheitliche Kundenpreise in Europa. "Die Automobilindustrie ist dabei, ihre Vorarbeit zu leisten. Jetzt ist die Politik gefordert", so Wittig wörtlich.