BFC-Studie für Hamburger Kfz-Innung Rechnet es sich, öffentliche Ladesäulen zu errichten?

Von Doris S. Pfaff

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Mit der Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur Geld verdienen, das möchten viele Unternehmen. Auch Kfz-Betriebe. Ob und wie sich das speziell für Hamburger Unternehmer lohnen könnte, haben BFC-Studenten in ihrer Projektstudie untersucht. Auftraggeber war die Innung Hamburg.

Vorstellung der Projektstudie in Hamburg: (v. l.) Lutz Heuchert (BFC), Leon Stegemann (BFC),  Michael Kasten (Leiter Abteilung Umwelttechnik & Arbeitssicherheit der Innung Hamburg), Kevin Reith (BFC), Innungsgeschäftsführer Martin Rumpff und Dennis Tödt (Technische Fahrzeugüberwachung Kfz-Innung). (Bild:  Kfz-Innung Hamburg)
Vorstellung der Projektstudie in Hamburg: (v. l.) Lutz Heuchert (BFC), Leon Stegemann (BFC), Michael Kasten (Leiter Abteilung Umwelttechnik & Arbeitssicherheit der Innung Hamburg), Kevin Reith (BFC), Innungsgeschäftsführer Martin Rumpff und Dennis Tödt (Technische Fahrzeugüberwachung Kfz-Innung).
(Bild: Kfz-Innung Hamburg)

Welche Voraussetzungen müssen für ein positives Geschäftsmodell für Hamburger Kfz-Betriebe gegeben sein, wenn sie öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur errichten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Projektstudie von Lutz Heuchert, Kevin Reith und Leon Stegemann.

Die angehenden Betriebswirte im Kfz-Gewerbe und Studenten der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC) in Northeim haben sich dazu drei Monate lang die Situation rund um die Elektromobilität in der Hansestadt, die vorhandenen und erforderlichen Lademöglichkeiten und das weitere Potenzial genau angeschaut.

Der Auftrag dazu kam von der Kfz-Innung Hamburg. Natürlich brannte der Innung auch das Thema auf den Nägeln, aber zugleich wollte sie die BFC unterstützen. Denn der Weg hin zum Betriebswirt im Kfz-Gewerbe führt über eine Projektarbeit, bei der die Studenten ihr Praxiswissen anwenden sollen. Und dafür braucht es jedes Jahr engagierte Auftraggeber.

Von Januar bis April haben sich die BFCler im engen Austausch mit der Innung Hamburg ihrem Thema gewidmet. Ihr Ansprechpartner in der Innung, Michael Kasten, Leiter Umwelttechnik und Arbeitssicherheit, zeigt sich von dem Ergebnis beeindruckt.

Die Studie sei zur Orientierung für die Hamburger Betriebe sehr hilfreich. Denn die Antwort, ob sich die enormen Investitionskosten von 50.000 bis zu 150.000 Euro pro öffentliche Ladeinfrastruktur für den jeweiligen Betrieb überhaupt rechnen, hänge von verschiedenen Faktoren ab.

Das stellten die Studenten anhand verschiedener realer Betriebe dar. So verfügt etwa ein Innungsmitglied im Vorort von Hamburg über enorme Flächen an seinem Betrieb in guter Anbindung. Hier ließe sich mit dem Angebot von öffentlichen Lademöglichkeiten Geld verdienen, auch weil das Umfeld passe und der Bedarf bestehe. Anders dagegen verhalte es sich bei einem kleinen Betrieb in Harburg. Weder gebe es dort für eine solche Einrichtung den Platz, noch die Kundschaft und auch nicht den erforderlichen Ladestrom durch den örtlichen Versorger.

Michael Kasten: „Das sind im Prinzip die wesentlichen Punkte, die jeder Betrieb für sich abklären muss: Ist die Fläche des Betriebs ausreichend? Ist die Lage des Betriebs geeignet und urban genug? Und wie sind die Möglichkeiten des eigenen Netzbetreibers?“

Checkliste online verfügbar

Diese Punkte seien in der Studie gut dargestellt. Ergänzend dazu hat Kasten noch eine Checkliste für die knapp 400 Innungsmitglieder erstellt, die sie zusammen mit der BFC-Studie auf der Seite des Kfz-Landesverbands Hamburg abrufen können.

Mit dem Ergebnis der Studie ist die Innung nicht nur ein Stück informierter, sondern das Kfz-Gewerbe auch um drei junge Betriebswirte reicher. Alle bestanden ihre Prüfung und freuten sich über die Glückwünsche aus der Innung Hamburg.

Insgesamt standen dem gerade verabschiedeten BFC-Jahrgang 36 verschiedene Studienthemen zur Auswahl. Vorgestellt werden die Themen zwei Wochen vor Weihnachten ohne Angabe zu den Auftraggebern, erläutert Sylvia Gerl, Schulleiterin der BFC. Denn die Studierenden sollen sich für das Thema entscheiden und nicht für eine Marke oder den Ort der Studie. Viele Auftraggeber arbeiten seit vielen Jahren mit der BFC zusammen und reichten jedes Jahr Themen ein. Der Aufruf dazu erfolgt bereits im Oktober durch die BFC. Anschließend werden die Themen von der BFC geprüft und, falls geeignet, den Studenten vorgestellt.

Diese Gelegenheit sollten die Kfz-Betriebe nutzen. „Jeder Betrieb ist gut beraten, Themen zu platzieren, da die BFCler wie eine Unternehmensberatung auf das Thema schauen und Problemlösungen anbieten, Handlungsempfehlungen geben und mehr. Die Gegenleistung, die die Betriebe erbringen müssen, ist eine gute Betreuung über die Bearbeitungszeit von vier Monaten“, sagt Gerl.

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