Investitionen und Konkurrenz Renault erwartet niedrigere Gewinnmargen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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2025 bescherte unter anderem die bilanzielle Neuordnung der Nissan-Beteiligung Renault rote Zahlen. Operativ verdiente der Autobauer Geld, rechnet aber im laufenden Jahr mit schrumpfenden Margen.

(Bild:  Simon – VCG)
(Bild: Simon – VCG)

Zunehmende Konkurrenz in Europa, die Expansion etwa nach Lateinamerika und Asien sowie der Anlauf neuer Elektromodelle dürften 2026 auf die Profitabilität von Renault drücken. Gegensteuern will Unternehmenslenker Francois Provost mit weiteren Kostensenkungen. 2025 bescherte die bilanzielle Neuordnung der Nissan-Beteiligung dem Konzern derweil rote Zahlen. An der Pariser Börse verlor die Aktie am Donnerstagvormittag gut drei Prozent, nachdem sie noch mit einem Kursplus gestartet war.

Renault rechnet 2026 mit einem Rückgang der operativen Marge auf 5,5 Prozent, nach 6,3 Prozent im vergangenen Jahr, wie der Konzern in Paris mitteilte. Mittelfristig sollen sich die Margen in einem Korridor von fünf bis sieben Prozent bewegen. Damit liegt Renault den Angaben zufolge über dem eigenen historischen Durchschnitt.

Zugleich soll der Barmittelzufluss in der Autosparte– eine von Analysten stark beachtete Kennziffer – mittelfristig im Schnitt bei mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich herauskommen. Exakt dieses Niveau hatte der Konzern im vergangenen Jahr erreicht, wegen der Belastungen wird in diesem Jahr aber mit einem Rückgang auf eine Milliarde Euro gerechnet.

Kostensenkungen haben oberste Priorität

Vor diesem Hintergrund haben Kostensenkungen weiterhin für den Konzern oberste Priorität, wie Renault erklärte. So sollen die variablen Kosten je Fahrzeug im Schnitt pro Jahr um rund 400 Euro sinken. Gelingen solle dies unter anderem durch technologische Verbesserungen und eine engere Zusammenarbeit mit Zulieferern. Im vergangenen Jahr haben trotz Einsparungen hohe Kosten auf die Marge in der Autosparte gedrückt.

Renault-Chef Provost, der im vergangenen Juli das Ruder übernommen hatte, hat inzwischen mehrere strategische Entscheidungen seines Vorgängers Luca de Meo revidiert. So wurde die Elektro- und Softwareeinheit Ampere wieder in den Konzern integriert, einzelne Mobilitätsgeschäfte eingestellt und beim Sportwagenlabel Alpine die Kosten gesenkt. Der Manager will das Unternehmen angesichts wachsender Konkurrenz durch chinesische Hersteller dadurch schlanker und wettbewerbsfähiger machen. Die neue Strategie wird dann am 10. März im Rahmen eines Kapitalmarkttags detaillierter vorgestellt.

Aktuell setzen die Franzosen auf eine zunehmende Elektrifizierung ihrer Flotte. Im vergangenen Jahr verkaufte der Hersteller – wie bereits bekannt – weltweit gut 2,3 Millionen Fahrzeuge, das war ein Plus von 3,2 Prozent in einem Markt, der den Angaben zufolge lediglich um 1,6 Prozent wuchs. Positiv entwickelte sich die Sportwagentochter Alpine, die ihre Neuzulassungen im vergangenen Jahr mit erstmals mehr als 10.000 Fahrzeugen mehr als verdoppeln konnte. Und auch der Anteil der verkauften Elektroautos zog im Konzern stark an.

Konzernweit kletterte der Umsatz 2025 um drei Prozent auf 57,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich verzeichnete Renault jedoch einen Verlust von 10,9 Milliarden Euro. Ausschlaggebend hierfür waren die milliardenschweren nicht zahlungswirksamen Belastungen im Zusammenhang mit der bereits im vergangenen Sommer geänderten bilanziellen Behandlung des Nissan-Anteils. Hinzu kamen Restrukturierungskosten und Wertminderungen auf Fahrzeugentwicklungen und bestimmte Produktionsanlagen. Den Aktionären will Renault dennoch eine stabile Dividende von 2,20 Euro zahlen.

Einstieg in die Drohnenfertigung

Ende Januar hatte Renault zudem seinen Einstieg in die Drohnenfertigung verkündet. Damit kam der Konzern einer Bitte der für die Beschaffung von Verteidigungsgütern zuständigen französischen Behörden nach. Früheren Angaben zufolge wird der Autobauer dazu mit dem Unternehmen Turgis Gaillard zusammenarbeiten, das bereits eine Drohne für das Militär konzipiert hat.

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