Renault-Pleite in Bremen
Die schlechte Marktlage von Renault hat zum Teil existenzielle Konsequenzen für den Handel. In der Region Bremen stehen mehrere Autohäuser vor der Schließung.
Die Renault-Autohäuser der Norfag-Gruppe in Bremen sowie die Muttergesellschaft "Le Car Autohandels GmbH" stehen laut Presseberichten vor dem Aus. Le Car habe am vergangenen Mittwoch für sich und die beiden Bremer Renault-Betriebe Insolvenzantrag gestellt, berichtet der Weser-Kurier. Damit droht den Renault-Vertriebsstellen in der Streesemannstraße und der Ritterhuder Heerstraße die Schließung.Die Le Car Autohandels GmbH ist seit 1993 Renault-Vertragshändler für Bremen und Bremerhaven, die beiden Norfag-Autohäuser sind seit dem Jahr 2000 Teil der Gruppe. Die aktuelle Schieflage begründet Friedrich Dieckell, Hauptgesellschafter von Le Car, mit der Weigerung der Renault Deutschland AG, die Zielvereinbarungen für die Bremer Autohäuser zu senken, obwohl die Marke Renault in diesem Jahr bundesweit herbe Absatzverluste zu verkraften hatte. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist der Absatz der Franzosen um rund 18 Prozent eingebrochen.
Der Zielvereinbarung zufolge habe die Norfag in diesem Jahr 1.600 Fahrzeuge verkaufen müssen, verdeutlichte Norfag-Geschäftsführer Oliver Eisenträger. Bis Ende Oktober seien aber nur 1.080 Neuwagen verkauft worden. "Mit einem dem Markt angemessenen Ziel hätten wir weitermachen können", sagte er gegenüber dem Weser-Kurier. Gespräche mit Renault Deutschland über eine Anpassung des Jahresziels seien Ende Oktober gescheitert. Der Importeur bestätigte gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« die Schwierigkeiten seines Vertragspartners, zu den Gesprächen mit Norfag/Le Car wolle man aber "grundsätzlich nichts sagen".
Aufgrund der Zahlungsunfähigkeit drohen nun rund 80 Beschäftigte und Auszubildende ihren Arbeitsplatz zu verlieren. In den Bremer Betrieben sind 50 Beschäftigte und acht Auzubildende betroffen. In Bremerhaven könnten 27 Mitarbeiter ihren Job verlieren, "wenn sich nicht noch jemand findet, der die Gruppe übernimmt", sagte Eisenträger.