Der Twingo war ein Shootingstar, während andere unkonventionelle Konzepte wie Vans und SUV erst nach jahrelangem Anlauf abheben konnten. Mehr noch, der Original-Twingo mit seinem freundlichen Gesicht wurde geliebt wie sonst Fiat 500, Mini, Ente (Citroen 2 CV) oder der Renault 4. Und wie bei diesen Anti-Statussymbolen störte es auch die Twingo-Käufer kaum, dass der Kleine Zuverlässigkeit nicht immer groß schrieb und sich vieles in dem Auto so billig anfühlte, wie es war. Tatsächlich kostete der erste Twingo nur 16.000 Mark, fast 15 Jahre später waren es gerade einmal 9.200 Euro und selbst heute - in dritter Generation – zählt der Pfiffikus zu den preiswertesten am Markt.
Trotzdem waren es kontinuierliche Aufwertungen, die den Twingo jung hielten, etwa mit Aufrüstung der Sicherheitsausstattung, einen auf 43 kW/60 PS erstarkten Basismotor (ab 1996), einen noch kräftigeren 55 kW/75 PS-Vierzylinder (ab 2000) und Editionen prominenter Modecouturiers. Den Anfang machten Sonderserien von Kenzo, Benetton und Elite bis 1999 die Abschlussklasse der berühmten Pariser Designschule „École Supérieure des Arts et Technique de la Mode“ (ESMOD) die Rollen wechselte. Die Schüler von ESMOD kleideten nicht den Twingo ein, sondern sie ließen sich durch dessen Farben und Formen zu femininen Partykleidern inspirieren. Gleichzeitig gab es ab 1998 Luxus und Lifestyle in Großserie mit der Nobel-Version Twingo Initiale. Feines Leder und kostspielige Navigation in der Einsteigerklasse, das war typischer Twingo-Mut.
Twingo-Umbauten
Auch abseits der Boulevards sorgte der Twingo für Furore durch Umbauten zu Showcars wie Pickups, Landaulet-Cabriolets, Feuerwehrfahrzeuge, 118 kW/160 PS starker Rallye-Twingo, Drag Racer und Lowrider. Hinzu kamen Klassensiege bei der berüchtigten Eisrennserie „Trophée Andros“, der über 300 km/h flotte Twingo-Jet und der 30 Knoten schnelle, hochseetaugliche Twingo-Katamaran.
An dieser Faszination fehlte es der zweiten Twingo-Generation, die 2007 in neuem Jugend-Stil und aus slowenischer Produktion debütierte. Ein ultimatives Trendmobil wie der Ur-Twingo war der erwachsener wirkende Nachfolger nicht mehr, große Erfolge konnte er dennoch einfahren. Gleiches gilt für die dritte Twingo-Generation, die 2014 als viertüriges Heckmotormodell an den Start ging und gemeinsam mit dem Smart Forfour entwickelt wurde. Trotz fröhlicher Scheinwerfer und lächelndem Kühlergrill: Kult ist nur Twingo Nummer eins.
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