Diesel-Diskussion, Fahrverbote, WLTP-Umstellung, Umweltprämie – verschiedene Störfaktoren haben im vergangenen Jahr auf die Renditen der Kfz-Betriebe gedrückt. Diese Entwicklung konnten selbst höhere Umsätze nicht ausgleichen.
An der Spitze im Ehrenamt des Kfz-Gewerbes: Präsident Jürgen Karpinski (Mitte) und seine Stellvertreter Thomas Peckruhn (links) und Wilhelm Hülsdonk.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)
Mehr Umsatz, weniger Rendite: Die Entwicklung des Jahres 2017 hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt. Insgesamt legten die Erlöse von Autohäuser und Werkstätten nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zuletzt um 2,6 Prozent auf rund 179 Milliarden Euro zu. Die Umsatzrendite hingegen ist 2018 deutlich gesunken, auf 1,0 bis 1,3 Prozent im vorläufigen Durchschnitt. Im Jahr zuvor hatte die Rendite noch bei 1,5 Prozent gelegen.
Gründe für die rückläufige Rendite gibt es einige: „Die nicht enden wollende Diesel-Diskussion und WLTP-Zulassungsprobleme haben dem Automobilhandel arg zugesetzt“, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz des Kfz-Gewerbes in Berlin. Auf die Erträge drücken zudem die Umweltprämien, von denen ein Teil vom Handel zu tragen ist. Hinzu kam das Risiko der Weitervermarktung von Euro 5-Dieseln. Außerdem traten die hoch subventionierten Neuwagen in Konkurrenz zum ertragsstärkeren Gebrauchtwagengeschäft.
Entsprechend dem steigenden Gesamtumsatz lagen die meisten Sparten im Plus, zum Teil allerdings nur sehr gering. Am Verkauf von Neufahrzeugen hatte der Markenhandel einen Anteil von 62,1 Prozent. Das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2017. Der Umsatz mit dem Verkauf der 2,135 Millionen Fahrzeuge stieg um 3,6 Prozent auf 66,45 Milliarden Euro. Das Wachstum ist auf einen gestiegenen durchschnittlichen Neuwagenpreis und den höheren Marktanteil des Handels zurückzuführen, wie zum Beispiel im Privatmarkt und bei den Eigenzulassungen.
Der Markenhandel setzte mit gebrauchten Pkw 57,26 Milliarden Euro um, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei insgesamt weniger Besitzumschreibungen, aber weiterhin konstantem Marktanteil von 51 Prozent ergibt sich das Umsatzplus aus einem höheren durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis. Er ist im Jahr 2018 um 3,3 Prozent auf 15.610 Euro gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Im freien Handel mit einem Marktanteil von 16 Prozent brach der Umsatz mit gebrauchten Pkw um 10 Prozent auf 9,08 Milliarden Euro ein. Der Marktanteil fiel um einen Prozentpunkt, der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis sank um drei Prozent auf 7.890 Euro, und die Zahl der Besitzumschreibungen ging um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Die Dieselkrise ist noch nicht vorbei
Vor allem ältere Diesel machen den Händlern noch immer zu schaffen: „Obwohl der Diesel-Anteil der Neuzulassungen im Januar leicht gestiegen ist, haben wir nach wie vor noch rund 190.000 Euro-5-Diesel im Wert von rund 2,9 Milliarden Euro auf den Höfen stehen“, stellte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn klar. Laut einer ZDK-Umfrage von Ende 2018 unter mehr als 1.000 Händlern müssen diese hohe Abschläge in Kauf nehmen: Jeder vierte Händler gewährt Nachlässe von 10 bis 20 Prozent. Ein Drittel liegt mit den Abschlägen bei 20 bis 30 Prozent, und knapp 28 Prozent der Händler gehen sogar über 30 Prozent hinaus. „Das gilt übrigens auch für den Verkauf älterer Diesel-Pkw ins Ausland und ist für den Händler ein Verlustgeschäft!“
Die positive Entwicklung im Servicegeschäft hat sich im Lauf des Jahres 2018 weiter verbessert. So stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 33,72 Milliarden Euro. Gründe für die gestiegenen Umsätze sind zum einen die deutlich erhöhten Unfallreparaturkosten sowie zum anderen das verbesserte Wartungsverhalten der Fahrzeughalter. So wurden 2018 pro Fahrzeug 0,9 Wartungsarbeiten durchgeführt. Damit wurde das Niveau von 2013 wieder erreicht. Im Durchschnitt waren die Werkstätten im vergangenen Jahr mit 86 Prozent ausgelastet. Das entspricht dem Wert des Jahres 2017. „Auch in diesem Jahr wird sich die Werkstattauslastung auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Wir rechnen also wieder mit einem starken Werkstattjahr 2019“, sagte Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk.
Diesel-Nachrüstung jetzt angehen
Hoffnung für die nächsten Monate zeichnet sich wenigstens an einer Stelle ab: Nachdem seit Ende Dezember 2018 die technischen Kriterien für die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw vorliegen, sieht ZDK-Präsident Karpinski jetzt die Hersteller der Nachrüstsysteme gefordert, so schnell wie möglich genehmigungsfähige Systeme zu entwickeln.
„An die Automobilhersteller richtet sich unser dringender Appell, jetzt mit den Anbietern von Nachrüstsystemen zu kooperieren“, sagte Karpinski. So lasse sich eine schnelle und bestmögliche Anpassung dieser Systeme an die jeweiligen Fahrzeugmodelle realisieren. Bezogen auf die Diskussion um die Stickoxid-Grenzwerte setzt sich auch der ZDK für eine Überprüfung ein: „Wir brauchen klare Aussagen zu den strittigen Themen: Wie wird die Gesundheit tatsächlich von Stickoxid belastet? Stehen die Messstellen am jeweils richtigen Platz? Sind Fahrverbote verhältnismäßig?“, so der ZDK-Präsident.
Stand: 08.12.2025
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