„Rheingold“-Unikat auf der Retro Classics Cologne

Von Andreas Grimm

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Vom Stahlhändler zum Autobauer zum Autohändler: Die Firma Hanko hatte viele Facetten. Das Unternehmen existiert nicht mehr, und auch aus der Autobau-Episode hat nur ein einziges Fahrzeug überdauert. In Köln ist es nun zu sehen.

Der Hanko Rheingold ist auf der Retro Classics Cologne am Stand der GTÜ zu sehen.(Bild:  GTÜ)
Der Hanko Rheingold ist auf der Retro Classics Cologne am Stand der GTÜ zu sehen.
(Bild: GTÜ)

Mit einem ganz besonderen Oldtimer schmückt sich die Erstauflage der Retro Classics Cologne, die drei Tage bis zum Sonntag, 26. November, die Freunde alter Autos anspricht. Am Stand der GTÜ ist das mutmaßlich letzte Exemplar eines Hanko Rheingold zu sehen – das Relikt eines ungewöhnlichen Fahrzeugbau-Projekts aus den 1930er Jahren. Eines erfolgreichen Projekts noch dazu. Immerhin sollen von dem Modell knapp 2.000 Einheiten entstanden sein.

Die Historie der Rheingold-Baureihe im Allgemeinen sowie des nun gezeigten Exemplars darzustellen, fällt dabei selbst den Oldtimer-Experten der GTÜ schwer, da alle Dokumente der Firma Hanko in den Wirren des Zweiten Weltkriegs untergegangen sind, das Werk und die Verwaltung wurden komplett zerstört – wie übrigens eben auch quasi alle Rheingold-Modelle.

Hanko selbst steht für Hannover und Koblenz. In diesen beiden Städte unterhielt der Stahlhändler Carl Spaeter zwei Standorte, der in den 1920er Jahren Allein-Importeur für amerikanische Fahrzeuge der Marken Packard und Paige, Nash, Chrysler und Plymouth wurden. Als die Nazis ab 1933 den Import der Fahrzeuge erschwerten, nahm Hanko die ein Chassis von Plymouth und den Motor von Chevrolet und baute sein eigenes Fahrzeug, der Rheingold war entwickelt.

Nach dem Krieg bestand die Firma Hanko übrigens weiter, wenn auch nicht mehr als Autobauer. Das Unternehmen verlegte sich wieder auf den Autohandel, als Vertragshändler von BMW und Büssing, später auch von Mini. Und war damit recht erfolgreich, im Jahr 2008 belegte der Händler den zweiten Platz des Internet Sales Awards. Ein Jahr später allerdings ging der Händler mit Standorten in Andernach, Dierdorf, Koblenz und Neuwied in der Harkvoort-Gruppe auf.

Der jetzt auf der Retro Classics Cologne ausgestellte Rheingold wurde nach langer Suche von den damaligen Hanko-Inhabern in den 1970er Jahren in der Tschechoslowakei entdeckt und zurück nach Koblenz gebracht. Inzwischen ist er Teil der „Sammlung historischer Fahrzeuge“ von Jürgen Kolle in Braunschweig. Die Restauration erwies sich als kompliziert, da nicht einmal eine Bedienungsanleitung noch existierte. Mit Hilfe der Datenbank des GTÜ-Oldtimerservice konnten nach und nach die verwendeten Bauteile identifiziert werden.

So basiert der Rheingold auf einem Plymouth Six PD De Luxe, wie er vom 12. März 1933 bis 27. Januar 1934 gebaut wurde. Anhand der laufenden Fahrgestellnummern lässt sich dessen Produktion auf den Herbst 1933 datieren. Der Motor, ein Sechszylinder von Chevrolet mit 3.053 Kubikzentimetern Hubraum und 70 PS, ist ebenfalls in den letzten Monaten des Jahres 1933 entstanden. Rechnet man die Schiffsfracht und Montage hinzu, dürfte der Rheingold im Jahr 1934 gebaut und verkauft worden sein.

Zu sehen ist er in Köln auf dem Stand der GTÜ, Halle 4.2 am Stand C 50.

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