Verbandskrise Rheinland-Pfalz beschließt ZDK-Austritt

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Damit sind es nur noch neun Mitglieder: Nach Bayern, NRW, Berlin-Brandenburg und Hamburg hat nun auch der Landesverband Rheinland-Pfalz seine ZDK-Mitgliedschaft gekündigt.

Hans Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, führt den Landesverband aus dem ZDK.(Bild:  ProMotor)
Hans Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz, führt den Landesverband aus dem ZDK.
(Bild: ProMotor)

Der Landesverband des Gewerbes Rheinland-Pfalz verlässt zum Jahresende den ZDK. Wie der Landesverband mitteilte, haben die Delegierten bei ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag (28. Oktober) in Bad Kreuznach mehrheitlich den Austritt aus dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) beschlossen.

„Mit diesem Schritt verfolgt der Landesverband das Ziel, eine schlagkräftige und zukunftsorientierte Verbandsorganisation zu schaffen, die den besonderen Anforderungen des Kfz-Gewerbes und insbesondere des Kfz-Handwerks gerecht wird. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit und Neuordnung innerhalb einer gemeinsamen Struktur, die sowohl den ZVK als auch den ZDK umfasst. Der Austritt erfolgte ausschließlich aus den genannten Sachgründen, nicht weil eine doppelte Beitragsbelastung durch ZDK/ZVK erwartet wird“, teilte die Pressestelle des Landesverbands mit.

ZDK schrieb Innungen an und warnte vor den Folgen

Im Vorfeld der Sitzung hatten ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler und ZDK-Präsident in einem Brief an die Innungen über die Hintergründe der Spaltung und den Folgen des Austritts informiert. Die Sorge vor möglichen doppelten Beiträgen bestehe nicht. „Trotz der sehr kurzfristig in der Mitgliederversammlung des ZVK zur Abstimmung geforderten Beitragsordnung für den ZVK, die mit der knappen Mehrheit von NRW, Bayern und Rheinland-Pfalz zum Leidwesen der Mehrheit der Landesverbände verabschiedet wurde, werden wir für das Jahr 2026 keine doppelten Beiträge erheben und eine Einigung mit dem ZVK suchen. Aus diesem Grund besteht keine Notwendigkeit für Rheinland-Pfalz aus dem ZDK auszutreten“, schrieben sie.

Hasler und Peckruhn informierten darin außerdem über die Frage, ob nach Trennung der gemeinsamen Geschäftsstelle von ZVK und ZDK und den Austritten der Landesverbände, für diese noch Leistungen seitens des ZDK geben wird: „Höchstwahrscheinlich wird es keine Einigung über eine Mitgliedschaft des ZVK im ZDK geben, da das Kfz-Gewerbe NRW eine komplette Kontrolle auch über den ZDK anstrebt. Daher wären alle ausgetretenen Verbände von den direkten Leistungen des ZDK künftig ausgeschlossen.“

Rheinland-Pfalz ist damit ein weiterer Landesverband von derzeit noch 14, der zum Ende des Jahres seinen Dachverband verlässt. Wie berichtet, haben zunächst NRW, dann das bayerische Kfz-Gewerbe und nach Informationen der Redaktion auch Hamburg und Berlin-Brandenburg ihre Mitgliedschaft gekündigt. Auch der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) hat gekündigt. Da noch bis Ende Oktober Mitglieder ihre Kündigung fristgerecht für 2026 einreichen können, wird mit weiteren Kündigungen einzelner Landesverbände gerechnet.

Auch ZKF, Hamburg und Berlin-Brandenburg haben gekündigt

Hintergrund ist die anhaltende Auseinandersetzung um die Trennung der Geschäftsstelle zwischen ZDK und ZVK zum neuen Jahr. Dabei sind wesentliche Fragen noch ungeklärt. Als ein Grund für den Austritt wird die Sorge genannt, ab Januar doppelte Mitgliedsbeiträge zahlen zu müssen, aber auch die Aufstellung der Lobbyarbeit in Berlin. Nach Informationen der Redaktion fühlten sich die Mitglieder bei der Entscheidung, der räumlichen und personellen Neuaufstellung des Berliner Büros nicht ausreichend mitgenommen.

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