Röchling-Gruppe übernimmt Brilliance
Überraschung bei Brilliance Motors Deutschland: Der Importeur gehört inzwischen mehrheitlich der Duisburger Autohandelsgruppe Röchling. Die will mit dem China-Engangement mittelfristig 0,5 Prozent Marktanteil erreichen.
Die Duisburger Röchling GmbH & Co. KG hat die Mehrheit am China-Importeur Brilliance Motors Deutschland übernommen. Der Einstieg ist laut Röchling-Geschäftsführer Peter Eicker eine strategische und langfristige Entscheidung der Autohausgruppe, die selbst ausschließlich mit den Marken des VW-Konzerns handelt.
Die Röchling-Gruppe war bereits beim ersten Anlauf von Brilliance, in Deutschland Fuß zu fassen, Partner des europäischen Generalimporteurs HSO-Brilliance mit Sitz in Luxemburg. Damals sollte der Händler den Import der Fahrzeuge in Nordrhein-Westfalen organisieren. Seit dem verheerenden Crashtest im Sommer letzten Jahres wird der Vertrieb nun vom Deutschland-Importeur Brilliance Motors Deutschland zentral organisiert, der zunächst eine 100-prozentige Tochter der HSO war. Bereits mit Wirkung zum 1. Januar ist Röchling nun am Deutschland-Importeur "mehrheitlich beteiligt".
"Die Chinesen werden kommen und mittelfristig erfolgreich sein", begründete Eicker im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« das erneute Brilliance-Engagement. Sein Unternehmen mit fünf Standorten in Duisburg, Kleve und Goch lebe nicht mehr vom markengebundenen Handel allein und habe bereits Erfahrungen mit B2B-Geschäften gesammelt. Zudem sei Brilliance "die Premium-Marke unter den chinesischen Herstellern" und passe auf den europäischen Markt. Design und Technik seinen in Zusammenarbeit mit europäischen Spezialisten, etwa Pininfarina, entstanden.
Mittelfristig 0,5 Prozent Marktanteil
Als mittelfristiges Ziel gibt Eicker einen Marktanteil von 0,5 Prozent für Brilliance in Deutschland an. Allerdings dürfe sich das Fabrikat keine Crash-Ergebnisse wie im Sommer 2007 mehr leisten. Um dies zu verhindern, sei derzeit ein neuer Test in Vorbereitung, der unter Aufsicht des deutschen TÜV in China durchgeführt werde. Positiv wertet Eicker die bisherigen Rückmeldungen auf den BS4, der zuletzt in Leipzig zu sehen war. "Die Vorbestellungen laufen gut."
Die Röchling-Gruppe selbst werde Brilliance nicht vermarkten. "Wir sehen das Fabrikat als Zusatzmarke, die wir aber nicht als fünftes Rad am Wagen positionieren wollen", erläutert Eicker. Idealerweise werde Brilliance von einem mittelständischen Familienbetrieb als Zweit- oder Drittfabrikat vermarktet, in dem ein Mitarbeiter oder Unternehmensnachfolger "voll hinter der Marke steht".