Scania-Motoren für Euro 4 und Euro 5

Redakteur: Hans-Jürgen Wildhage

Der Hersteller präsentiert zur RAI die 620-PS-Version der achtzylindrigen Königsmaschine. Hinsichtlich der neuen Abgasnormen bleibt eine innermotorische Schadstoffminderung das Ziel der Schweden.

Scania stellt zur RAI die 620-PS-Version der achtzylindrigen Königsmaschine vor. Mit 3000 Newtonmetern als Zugkraftmaximum schleppt der neue 620er dermaßen flott einen 40-Tonner die Berge hinauf, dass es fast schon peinlich ist. Klare Sache: Nur kühne Kostenrechner werden das Kraftpaket als wirtschaftlich schönrechnen können.

Hinsichtlich der Einhaltung der zukünftig verbindlichen Abgasstandards Euro 4 und Euro 5 bleibt Scania sich ebenfalls treu. Heißt: Die von der Mehrzahl der übrigen europäischen Nutzfahrzeugmarken als Königsweg deklarierte SCR-Abgasnachbehandlung setzen die Schweden nur widerwillig und nur als Zwischenschritt ein. Ziel bleibt die "innermotorische" Schadstoffminderung mit Hochdruckeinspritzung und hoher Abgasrückführrate mit massiver Zwischenkühlung. Die katalytische Entstickung mit dem zweiten Betriebsstoff "Ad-Blue" als Hilfsmittel bringt Scania als Interimslösung vom kommenden Frühjahr an. Dann können deutsche Mautsparer den Euro-5-420er im SCR-Trimm bekommen und sich dabei die aufwändige Turbocompundtechnik sparen.

Wenige Monate später wird der V8 mit 500 Euro-5-PS mit der gleichen Reinigungstechnik für die Abgase am Markt verfügbar sein. Beide Versionen sollen Früherfüllern der Euro-5-Norm den Mautbonus von zwei Cent je Kilometer bis zum 30. September 2009 sichern. Pflichteinsteiger in die saubere Abgaswelt will Scania dann mit Motoren bedienen, die ohne jede Art der Abgasnachbehandlung auskommen. Ob das mit niedrigem Verbrauch machbar ist, wird abzuwarten sein. Ebenso offen ist die Partikelfrage bei Euro 6. Die SCR-Fraktion sieht sich hier mit der besseren Basistechnik gerüstet.