Konjunktursorgen Schaeffler kündigt Stellenabbau in Europa an

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Schlechte Quartalszahlen und ein Sparprogramm: Die Geschäftsführung von Schaeffler will in Europa fast 4.700 Stellen abbauen – davon 2.800 in Deutschland.

Schaeffler will in Europa fast 5.000 Stellen abbauen. Betroffen sind sowohl die Industrie- als auch die Autosparte. (Bild:  Schaeffler)
Schaeffler will in Europa fast 5.000 Stellen abbauen. Betroffen sind sowohl die Industrie- als auch die Autosparte.
(Bild: Schaeffler)

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler kündigt einen Monat nach der Fusion mit Vitesco den Abbau von 4.700 Arbeitsplätzen in Europa an, davon 2.800 in Deutschland. Das entspreche etwa drei Prozent des gesamten Personalbestandes. Betroffen seien zehn Standorte in Deutschland und fünf weitere in Europa, teilte das Unternehmen mit, das nach der Fusion weltweit 120.000 Menschen beschäftigt. Zwei der europäischen Standorte sollen ganz geschlossen werden.

Ab dem Jahr 2029 sollen so 290 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. 75 Millionen Euro davon stünden im Zusammenhang mit der Fusion mit Vitesco. Die Maßnahmen erforderten einen Einmalaufwand von rund 580 Millionen Euro, hieß es.

Schaeffler begründete das Sparprogramm mit Wettbewerbszwängen. „Das Programm ist in der aktuellen Umfeldlage notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schaeffler-Gruppe langfristig zu sichern. Wir werden es sozialverträglich und mit Augenmaß umsetzen", kündigte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld an.

Verlust im dritten Quartal

Im dritten Quartal ging der Umsatz um 2,6 Prozent auf 3,96 Milliarden Euro zurück. Währungsbereinigt war es ein Minus von 1,1 Prozent. Während es im Ersatzteilgeschäft weiter gut lief, gingen die Erlöse in der Autozulieferung und vor allem im Geschäft mit der sonstigen Industrie zurück. Regional gesehen gab es in China den größten Dämpfer.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Konzern fiel um fast 45 Prozent auf 187 Millionen Euro. Analysten hatten im Tagesgeschäft mit einem deutlich geringeren Rückgang gerechnet. Unter dem Strich rutschte Schaeffler mit einem Verlust von 13 Millionen Euro in die roten Zahlen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen 150 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Jahresprognosen bestätigte das Management um Rosenfeld.

Betriebsrat: Stellenabbau bei Schaeffler unverhältnismäßig

Arbeitnehmervertreter haben verärgert auf die Ankündigung des Zulieferers Schaeffler reagiert, allein in Deutschland 2.800 Stellen abbauen zu wollen. Die angekündigten Maßnahmen seien nicht verhältnismäßig, heißt es in einer Mitteilung des Gesamtbetriebsrates von Schaeffler.

Die Gewerkschaft IG Metall verlangte von der Unternehmensführung, andere Möglichkeiten auszuloten. „Ich fordere das Unternehmen auf, mit der Arbeitnehmerseite Gespräche über Alternativen zum Stellenabbau aufzunehmen“, sagte Bezirksleiter Horst Ott.

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