Schlechte Zahlungsmoral bei deutschen Autobauern
Die Zahlungsmoral der deutschen Automobilhersteller im Vertrieb lässt nach Ansicht der Vertragspartner allgemein zu wünschen übrig.
Die Zahlungsmoral der deutschen Automobilhersteller im Vertrieb lässt nach Ansicht der Vertragspartner allgemein zu wünschen übrig. Verglichen mit Händlern, die Importmarken vertreten, sind die Händler deutscher Fabrikate vergleichsweise unzufriedener. Auch dauere es ihnen zu lange, bis die Auszahlungen von Prämien und Boni bei ihnen ankommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Bamberger Forschungstselle Automobilwirtschaft (FAW).
Wie aus der diesjährigen DSI-Untersuchung (Dealer Satisfaction Index) unter Federführung von Prof. Wolfgang Meinig weiter hervorgeht, zeigen sich von den sieben untersuchten deutschen Fabrikaten (Audi, BMW, Ford, Mercedes, Opel, Porsche, Volkswagen) die VW-Händler mit der Zahlungsmoral ihres Herstellers am unzufriedensten. Auch die Zeitdauer bis zur Vergütung von Sonderzahlungen sei für die VW-Händler ein Stein des Anstoßes, heißt es. Die VW-Partner seien in diesem Punkt im Vergleich zu allen übrigen analysierten Fabrikaten die unzufriedensten Händler. Im vergangenen Jahr waren es noch die Vertragshändler von Fiat.
Einen deutlichen Zufriedenheitsrückgang gegenüber 2002 habe es auch bei den Opel-Händlern gegeben. Wie bei VW bemängelten die Vertragspartner des Rüsselsheimer Autobauers die ihnen zustehenden, jedoch zu spät eintreffenden Sonderzahlungen sowie die allgemeine Zahlungsmoral.
Die zufriedenste Händlerschaft, die ein deutsches Fabrikat vertreibt, sei der Untersuchung zufolge die von Merceds-Benz. Mit der Zahlungsmoral erklärten sich die Händler weitgehend einverstanden. Auch scheine die Abwicklung bei der Vergütung von Sonderzahlungen keinen großen Unmut zu erzeugen. In der Wahrnehmung der BMW-Händler hingegen zeige sich die Zahlungsmoral weiter rückläufig.
Am positivsten habe sich gegenüber 2002 unter den deutschen Fabrikaten die Zahlungsmoral von Ford entwickelt. Auch Audi verfolge gegenüber dem Vorjahr eine merklich verbesserte Zahlungspolitik, welche die Händler mit wachsender Zufriedenheit honorierten.
Alles in allem sei jedoch Wachsamheit auf Seiten der Vertriebsverantwortlichen gefordert, so Meinig. "Es ist unbedingt darauf zu achten, dass gerade vor dem Hintergrund der Basel-II-Richtlinien die Handelsbetriebe ihre Kreditfähigkeit nicht verlieren, sondern weiter starke Partner bleiben, die auch in ihre Marke investieren können", sagt der Bamberger Wissenschaftler.