Schlechtes Klima

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Saab-Händlerverband wählt neuen Vorsitzenden. Neue Vetriebs- und Servicverträge ernten bei der Mitgliederversammlung in Frankfurt heftige Kritik.

Der deutsche Saab-Händlerverband hat einen neuen Vorsitzenden. Auf seiner Jahrestagung in Frankfurt/M. wählten die Mitglieder den Hamburger Saab-Händler Massoud Etehad zum neuen Verbandssprecher. Etehad, bislang stellvertretender Verbandspräsident, tritt die Nachfolge des Münchners Franz-Xaver Hirschbold an, der wegen der Auflösung seines Händlervertrags nicht mehr zur Wahl stand. Dennoch wird Hirschbold den Händlerverband weiterhin „in beratender Funktion“ begleiten. Zentrales Thema der Händlertagung waren die neuen Vetriebs- und Serviceverträge, die bis auf wenige redaktionelle Anpassungen mit den Veträgen der Adam Opel AG identisch sind.

„Die neuen Verträge sind derzeit unser größter Kummer“, erklärte Hirschbold gegenüber „kfz-betrieb“. „Die Kosten für die darin geforderten Vetriebs- und Servicestandards sind weit höher als die Erlöse, die derzeit mit dem Verkauf von Saab-Modellen zu erzielen sind. Die neuen Verträge bieten uns angesichts der schlechten Geschäftsentwicklung von Saab Deutschland keinerlei Möglichkeit auch nur einigermaßen profitabel zu arbeiten“, so Hirschbold weiter.

Zwar sei mit offiziellen Vertrags-Nachbesserungen nicht zu rechnen. Dennoch werde die neue Verbandsspitze bei Verhandlungen mit Saab Deutschland ausloten, was „zu Gunsten der Händler eventuell noch möglich ist“. Die Gespräche sollen Mitte Januar in Bad Homburg stattfinden.

„Das Klima zwischen Importeur und Händlerschaft ist derzeit alles andere als gut. Dennoch hoffen wir auf gewisse Konzessionen seitens Saab Deutschland. Wir wollen keine Konfrontation, sondern streben in punkto Standards und Konditionen einvernehmliche Lösungen an“, betonte Hirschbold. „Wir werden die Sache sanft angehen, wenn nötig aber auch nachdrehen.“Zugleich werde die Führungsspitze des Importeurs in den Gesprächen klar stellen müssen, wie es mit der Marke Saab in Deutschland weitergehen soll. „Die Alternative lautet: Mit uns Händlern oder ohne uns“, bekräftigte Hirschbold.