Schwacke: „Der Handel ist nicht gesund“

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In einer Ihrer jüngsten Studien weisen von allen Segmenten Luxusfahrzeuge den höchsten Restwertverlust auf. Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

Der hohe Wertverlust in Euro ist natürlich ein Resultat des hohen Listenpreises. Gegenüber dem Vor-Krisenjahr 2008 hat das Segment circa 6 Prozent verloren. Abgesehen von den Geländewagen, SUV und der Miniklasse hat aber jedes Segment gegenüber 2008 an Wert verloren.

Nach wie vor haben auch die Modelle von deutschen Herstellern im Schnitt einen besseren Restwert als die der Importeure. Woran liegt das?

Wir setzen den Restwert aus über 40 Faktoren zusammen. Einer der größten Faktoren ist nach wie vor das Image der jeweiligen Marke. So etwas kann man nicht über Nacht aufbauen, sondern dafür bedarf es zirka 15 bis 20 Jahre. Das ist einer der Gründe, warum der Restwert in Prozent bei den deutschen Premiumherstellern oft höher ist als bei den Importeuren. Aufgrund des meist niedrigeren Listenpreises ist jedoch der Wertverlust in Euro bei den relativ jungen Fabrikaten wie Kia oder Hyundai oftmals niedriger, was sich wiederum positiv auf die TCO auswirkt.

Inwieweit fließen die Schwacke-Daten aus den ausländischen Märkten in die Preisfindung hierzulande ein?

Gar nicht. Hierfür interessieren sich eher die Fahrzeughersteller. Die Werte für Schwackenet beruhen nur auf deutschen Datensätzen.

Wie ist die Resonanz auf Ihre Workshops der Schwacke-Academy?

So gut, dass wir dieses Angebot ausbauen werden. Einer unserer Umfragen zufolge nutzen die Händler oft nur einen Bruchteil der Optionen, die Schwackenet bietet. Hier wollen wir unsere Partner unterstützen und den Mehrwert des Programms aufzeigen, auffrischen und vertiefen. Unsere internen Zahlen belegen, dass ein Händler mit Schwackenet einen deutlich höheren Bruttoertrag erwirtschaftet und kürzere Standzeiten hat.

Sie sprachen zu Beginn von einer schwierigen Situation für den Handel. Sehen Ihre Vorhersagen für 2013 ebenso negativ aus?

Eine große Chance für den Handel sind die vielen Leasingrückläufer aus dem Jahr 2010. Deren Bewertungen waren für noch schlechtere Marktgegebenheiten kalkuliert als heute tatsächlich vorherrschen. Hier können die Händler gute Geschäfte machen. Generell kann sich der Handel nur mit einem professionellen Gebrauchtwagenmanagement gegenüber Marktschwankungen behaupten.

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