Markenausblick Seat Bestandsgarantie und ein E-Modell

Von Holger Holzer/SP-X 3 min Lesedauer

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Seat war im Erfolgsschatten von Cupra gefühlt abgeschrieben. Die Verkaufszahlen der spanischen Volkswagentochter aber peilen ein Rekordniveau an – und ein Elektromodell könnte kommen.

Seat Arona, Ateca und Tarraco. Den Tarraco hat Seat bereits aus dem Programm genommen, folgen soll der etwas kleinere Cupra Terramar.(Bild:  Seat)
Seat Arona, Ateca und Tarraco. Den Tarraco hat Seat bereits aus dem Programm genommen, folgen soll der etwas kleinere Cupra Terramar.
(Bild: Seat)

Ziemlich häufig geisterte in den vergangenen Jahren das Gerücht durch die Medien, der extrem schnelle Aufstieg von Cupra würde den Abstieg, wenn nicht gar das Ende von Seat bedeuten. Seat-Chef Wayne Griffith beteuerte dagegen, Seat werde nicht verschwinden. Die spanische Volkswagen-Tochter, seit über 40 Jahren in Deutschland vertreten und oft als Sorgenkind im Konzern tituliert, erlebt inzwischen ein recht eindrucksvolles Comeback.

Musste Seat im Zuge der weltweiten Lieferkettenkrise in Sachen Microchips gegenüber der margenträchtigeren Marke Cupra notgedrungen zurückstecken, zieht nun die Verkäufe von Ibiza, Leon, Arona und Ateca wieder deutlich an: 36.000 Neuzulassungen im ersten Quartal, ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum. Würden die drei kommenden Quartale ähnlich verlaufen, hätte Seat gute Chancen, dieses Jahr seinen Bestwert von 2019 zu übertreffen. Der lag damals bei 138.670 Einheiten.

Bislang kein neues Modell von Seat

Die Sache hat allerdings einen Haken. Vor fünf Jahren war die Produktpalette jung und frisch. Bis heute hat Seat kein neues Modell hinzugefügt, das letzte war 2018 der Tarraco. Das größte SUV im Portfolio, wurde mittlerweile sogar aus dem Programm genommen, trotz recht guter Verkaufszahlen; im Jahr 2023 gab es 7.586 Neuzulassungen in Deutschland.

Die Position des Tarraco übernimmt künftig der etwas kleinere Terramar von Cupra, der noch in diesem Jahr seinen Marktstart hat. Ihn wird der Kunde allerdings nicht in siebensitziger Konfiguration wählen können. Das zirka 4,50 Meter lange, in Ungarn gebaute Modell gilt als letztes Verbrenner-Fahrzeug der Marke Cupra.

Eine Produktaufwertung erhalten in der zweiten Jahreshälfte der Leon und der Leon Kombi. Den größten Anteil am Update hat die Technik. Der Leon wird die jüngste und letzte Entwicklungsstufe des Plug-in-Hybrids von Volkswagen erhalten, wie sie kürzlich im neuen Tiguan und Passat eingeführt wurde. Gab es den Leon E-Hybrid bislang mit 1,4-Liter Hubraum, 63 Kilometer elektrischer Reichweite und 150 kW Systemleistung, steckt künftig ein Vierzylinder-TSI-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum unter der Haube.

Er schickt zusammen mit der E-Maschine entweder 150 kW oder alternativ 200 kW zu den Rädern. Die Reichweite soll gar auf mehr als das Doppelte ansteigen. Deutlich verbessert wird auch das Laden. AC ist mit 11 kW möglich, DC mit 50 kW. Beides ist serienmäßig an Bord.

Facelifts für Ibiza und Arona

Bei Ibiza und Arona, in Deutschland Seats Bestseller, steht eine zweite Überarbeitung für nächsten Jahr auf der To-do-Liste von Seat. Vom Zyklus her wären hier eigentlich längst Neuauflagen an der Reihe, die Debüts waren 2017. Seat lässt beide Modelle jedoch bis auf weiteres im Programm. Zum Facelift gibt es neben optischen Änderungen an Front und Heck Updates bei Software und Konnektivität. Zusätzlich werden Ibiza und Arona Euro-7-fit gemacht.

Analog zum Polo bei Volkswagen dürfte somit auch Seat das klassische Schaltgetriebe durch das Direktschaltgetriebe DSG ersetzen. Gleiches wird wohl im Ateca passieren, dem ersten SUV von Seat. Optisch läuft das seit 2016 gebaute Modell unverändert weiter und soll, wie der Rest des Seat-Angebots, Märkte bedienen, in denen sich Kunden keine Elektroautos leisten können oder wollen.

Dennoch wird auch Seat eines Tages den Schalter umlegen. CEO Wayne Griffith hat bei der Frage nach einem BEV zumindest nicht abgewunken. Schätzungsweise in drei bis vier Jahren könnte es losgehen. Denn jüngst hat Volkswagen bekanntgegeben, 2027 einen Einstiegsmodell unterhalb des ID 2 für 20.000 Euro auf den Markt zu bringen. Gut möglich, dass Seat hier für sich ein Derivat ableitet. Passen zur Marke würde ein City-Stromer bestens. E-Autos soll es bei Seat laut Wayne Griffith aber erst geben, „wenn es finanzierbar ist“.

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