Warnwesten im Test Sehen und gesehen werden

Von Cara Stibolitzki 2 min Lesedauer

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Sichtbar sein für die eigene Sicherheit und die der anderen – das ist im Straßenverkehr unerlässlich. Ein Test belegt: Es muss nicht immer teuer sein.

Die Sicherheitswirkung einer Weste lässt sich nicht unbedingt am Preis ablesen. (Bild:  ACE/Florian Schmucker)
Die Sicherheitswirkung einer Weste lässt sich nicht unbedingt am Preis ablesen.
(Bild: ACE/Florian Schmucker)

Wer auf deutschen Straßen unterwegs ist, muss mindestens eine Warnweste vorweisen können, die im Fall einer Panne für mehr Sicherheit sorgen soll. Vor diesem Hintergrund haben die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der Auto Club Europa (ACE) 21 Warnwesten getestet, darunter auch drei Modelle für Kinder.

Auf der 450 Meter langen Rollbahn des Flugplatzes Poltringen bei Stuttgart platzierten GTÜ und ACE die verschiedenen Modelle nacheinander im Lichtkegel von Autos mit unterschiedlichen Lichttypen. Die billigste Warnweste, die der Hersteller Triamisu auf Amazon ohne Versandkosten für gerade einmal einen Cent anbietet, war bei der schwächsten Lichtquelle – Halogen mit Abblendlicht – schon nach 100 Metern kaum mehr zu erkennen und nach 175 Metern für das menschliche Auge nicht mehr zu sehen.

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Die restlichen 20 Westen sind im Halogen-, LED- oder Laser-Scheinwerferlicht in bis zu 450 Metern Entfernung gut zu erkennen. Bewegt sich die Person mit der Warnweste, ist sie dabei grundsätzlich noch besser sichtbar.

Nur ein Modell fällt durch

In einem zweiten Test, diesmal unter laborähnlichen Bedingungen, prüfte die GTÜ die Reflexionskraft der Westen im Vergleich zu den Normwerten. Vier Exemplare schnitten dabei besonders gut ab: die Produkte der Hersteller Gauke (Verkäufer: Heldenwerk über Amazon), Stonekit (Engelbert Strauss) sowie die Kinderwesten von Korntex (Obramo) und Printwear aus dem Textil-Großhandel. Auch den zweiten Test bestand die billigste Weste des Herstellers Triamisu nicht.

In diesem Fall war das günstigste Modell auch das, das am schlechtesten abschnitt. Generell lässt sich aber sagen: Die Sicherheitswirkung einer Weste kann man nicht zwingend am Preis ablesen. Die vier Westen, die im Test am besten sichtbar waren, bewegen sich nämlich im unteren bis mittleren Preissegment (2,37 bis 4,95 Euro). Allen gut reflektierenden Westen gemeinsam hingegen ist die Prüfnorm DIN EN 20 471. Im Test entsprach lediglich die durchgefallene Weste nicht dieser Prüfnorm.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Die GTÜ empfiehlt, eine Warnweste pro Autositz mitzuführen. Und zwar sollte die besser etwas größer als zu klein sein. Denn unter die Warnweste sollte auch eine dicke Winterjacke passen. Außerdem sollten Käufer unbedingt auf die Prüfnorm DIN EN 20 471 achten. Diese schreibt die Zahl der Reflektorstreifen und die Reflexionsstärke vor und ist entweder auf dem Beipackzettel oder dem Etikett direkt an der Weste abzulesen.

Um die Reflexion einer Warnweste beurteilen zu können, bietet sich ein kurzer Test an: Einfach ein Handyfoto mit Blitz machen. Auf dem Bild müssen die Streifen hell leuchten. Das funktioniert auch, wenn die Weste in einer Kunststoffverpackung ist. Achtung: Teils sind Warnwesten ohne eine solche Verpackung an mehreren Stellen zusammengenäht und somit im Ernstfall kaum schnell genug zu entfalten. Am besten einfach vorab prüfen und ausprobieren.

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