Trotz hoher Kosten, politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten hat der niedersächsische Automarkt im Jahr 2024 zugelegt. Der Umsatz stieg um gut sechs Prozent. Dafür sorgte vor allem der Absatz der Gebrauchtwagen.
Präsentierten die Bilanz für das Autojahr Niedersachsen: (v. l.) Geschäftsführer Christian Metje, Präsident Karl-Heinz Bley und Landespressesprecher Joachim Czychy
(Bild: Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen)
Der Präsident des Kfz-Gewerbes Niedersachsen, Karl-Heinz Bley, hat eine positive Bilanz des Jahres 2024 gezogen, obwohl die Rendite am Ende trotz des um 6,1 Prozent gestiegenen Gesamtumsatzes im Kfz-Gewerbe Niedersachsen gesunken war. Sie fiel die von 2,2 Prozent auf 1,7 Prozent.
Der Gesamtumsatz der Branche stieg auf 30,8 Milliarden Euro (29,1 Mrd. im Jahr 2023). Das Kfz-Gewerbe steigerte seinen Umsatz auf 24,5 Milliarden Euro (zuvor 22,7 Mrd. Euro). Der niedersächsische Markt punktete mit insgesamt 990.956 Pkw-Käufen, deutlich mehr als im Jahr 2023 (929.544 Einheiten).
Die Verteilung zeigt, dass der Gebrauchtwagenmarkt mit einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro (zuvor 12,2 Mrd. Euro) bei der Verteilung zunehmend eine zentrale Rolle einnimmt. Zuwächse erlebte das Kfz-Gewerbe Niedersachsen mit 12,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,3 Mrd. Euro) auch im Neuwagenabsatz. Auch die Servicebetriebe konnten ihren Umsatz von 3,5 Milliarden Euro (zuvor 3,3 Mrd. Euro) erneut steigern. Dies sei unter anderem eine Folge des wachsenden Bestands und hohen Fahrzeugalters von inzwischen 10,6 Jahren, so Bley.
Mehr Benziner, Diesel und Stromer
Wie im bundesweiten Trend zeigte sich im Norden ein starker Rückgang der Zulassungen vollelektrischer Fahrzeuge (BEV) um 29,4 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Zulassungen für Benziner einen Anstieg von mehr als 11,1 Prozent, Dieselfahrzeuge wiesen ein Plus von 10,9 Prozent auf (58.842 Zulassungen), und die Nachfrage nach Hybriden ohne Stecker stieg um 21,5 Prozent auf 55.974 Fahrzeuge. Von der Problematik im Neuwagenmarkt profitiert der Gebrauchtwagenmarkt: Mehr Kunden kaufen einen Gebrauchten.
Für Joachim Czychy, Pressesprecher des Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, hat sich der Gebrauchtwagenmarkt inzwischen zu dem Ort entwickelt, wo es für die Verbraucher „noch bezahlbare individuelle Mobilität gibt“. Daher überrasche es nicht, dass einer der Gewinner 2024 der niedersächsische Gebrauchtwagenmarkt sei. Nicht allein wegen des im Vergleich zum Neuwagen höheren Umsatzes habe dieses Geschäftsfeld für das Kraftfahrzeuggewerbe deutlich an Bedeutung gewonnen.
Erfreulich sei, sagte Czychy, dass die „gebrauchte Elektromobilität“ weiter dynamisch bleibe, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Umschreibung von 34.387 (Vorjahr: 21.605) gebrauchten BEV und PHEV sei eine Steigerung um 59,2 Prozent. Der Weg zu einem lebhaften E-Gebrauchtwagenmarkt sei allerdings noch weit.
Ausbildungszahlen sind deutlich gestiegen
Positiv entwickelten sich im vergangenen Jahr im Norden die Ausbildungszahlen. Die Kfz-Betriebe schlossen 7,6 Prozent mehr Ausbildungsverträge (3.573) für fünf verschiedene Autoberufe ab. Besonders hervorzuheben ist die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, zu dem sich 2.721 junge Menschen entschlossen haben. Auch der Beruf des Automobilkaufmanns legte mit 582 neuen Verträgen (+14,1 %) zu.
Trotz der positiven Entwicklungen steht die Branche vor Herausforderungen, betonte Präsident Bley: Die Insolvenzen im Bereich Reparatur und Handel seien auf 331 Fälle und damit um 32,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023 gestiegen. Bley wertet dies auch als ein Resultat der schwierigen Marktlage.
Zur Prognose: Die hohe Inflation und steigende Kosten – insbesondere für Wartung und Reparaturen, die im Durchschnitt auf 573 Euro (Vorjahr: 535 Euro) gestiegen sind – belasten die Autofahrer und könnten dazu führen, dass notwendige Wartungen aufgeschoben werden. Der Verband hält daher flexible Finanzierungen und Absicherungsmodelle für erforderlich, um Autofahrern notwendige Investitionen in ihre Fahrzeuge zu ermöglichen. In diesem Geschäftsfeld hätten viele Kfz-Betriebe noch Nachholbedarf.
Als weiterhin belastend für die Branche führte Bley den weiterhin unzureichenden Zugang zu Fahrzeugdaten an. Er hofft, dass das kürzlich gefällte Urteil des Oberlandesgerichts Köln zu einem faireren Wettbewerb im Kfz-Gewerbe beiträgt.
Die Aussichten für die Elektromobilität bleiben in Niedersachsen gedämpft, vor allem in Bezug auf die Preisgestaltung. Der durchschnittliche Preis für ein Elektrofahrzeug hat sich um 8,1 Prozent auf 56.670 Euro erhöht, was für viele Konsumenten eine erhebliche Hürde darstellt. Experten erwarten allerdings, dass Elektromodelle mit Preisuntergrenzen von bis zu 20.000 Euro zur Markteinführung kommen werden, um den Zugang zur E-Mobilität zu erleichtern.
Stand: 08.12.2025
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Die Branche hofft auf mehr politische Unterstützung und die in Aussicht gestellten Kaufanreize für Elektrofahrzeuge. Die aktuelle Situation verlange eine klare Strategie, die alle klimafreundlichen Antriebsformen umfasse und dem Markt einen Anreiz gibt, den Übergang zur E-Mobilität zu beschleunigen, betonte Bley.
Mit Blick auf das laufende Jahr zeigte sich Bley jedoch hoffnungsvoll. Die niedersächsischen Kfz-Betriebe verzeichnen mit einem Zuwachs von 5,7 Prozent bei den neuen Pkw und 6,8 Prozent bei gebrauchten Fahrzeugen gutes Potenzial. Auch der Servicebereich zeige wieder Anzeichen von Wachstum.