Flaggschiff Skoda legt den Superb neu auf

Quelle: sp-x 4 min Lesedauer

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Die vierte Generation des Skoda-Flaggschiffs startet mit neuem Bedienkonzept, noch besserem Platzangebot und zum günstigeren Preis. Die Tschechen setzten hier weiterhin auf Verbrenner.

Den Superb, das Flaggschiff von Skoda, gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren.(Bild:  Skoda)
Den Superb, das Flaggschiff von Skoda, gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren.
(Bild: Skoda)

Wie die Zeit vergeht. War es nicht erst vorgestern, als der Skoda Superb die Autowelt aufwirbelte? Dieser Mittelklassewagen mit dem Platzangebot einer S-Klasse und dem Preis eines gut ausgestatteten Kompaktautos? Tatsächlich gibt’s den Superb schon über 20 Jahre und er ist aus keinem Fuhrpark mehr wegzudenken. Heerscharen von Dienstwagenfahrern ließen den Passat links liegen, auch mancher Politiker tauschte seine Staatskarosse gegen den viel günstigeren Skoda aus.

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Viel Auto für wenig Geld, dieses Motto trieb die Marke beim Superb auf die Spitze. In Sachen Ladevolumen führte der Kombi sogar bis zuletzt die Bestenliste an. Die Kunden honorierten es: 1,6 Millionen Superb wurden seit 2001 weltweit verkauft, in Deutschland im Schnitt 20.000 Stück pro Jahr.

Jetzt startet die vierte Generation, wieder als Kombi und Limousine. Damit steht das Modell fast alleine da: Ford Mondeo, Opel Insignia – etliche Wettbewerber in der Mittelklasse fielen dem SUV-Trend zum Opfer. Die Tschechen nutzen das aus und schicken den Wagen zum Kampfpreis ins Rennen.

Der Kombi startet Mitte November zu Preisen ab knapp über 38.000 Euro, die 1.000 Euro günstigere Limousine kommt Anfang 2024 auf den Markt. Zum Vergleich: Der letzte Superb kostete mindestens 42.340 Euro. Das alleine dürfte etliche Kunden zum Grübeln bringen, die vielleicht doch mit einem E-Auto liebäugeln.

Das Flaggschiff bleibt ein Verbrenner

Denn einen batterieelektrischen Superb gibt die vom Vorgänger übernommene Plattform nicht her. Statt auf Elektro setzt Skoda bei seinem Flaggschiff weiterhin auf Verbrenner. Zumindest das Einstiegsmodell, der 150 PS starke 1.5 TSI, ist als Mildhybride mit 48-Volt-Technik ein wenig elektrifiziert.

Wer wirklich mit Strom fahren will, kommt mit dem überarbeiteten Plug-in-Hybriden (204 PS) dank der auf über 25 kWh gewachsenen Batterie nun rund 100 Kilometer weit. Außerdem kann man dessen Akku nun am Schnellader mit 50 kW in 25 Minuten auf 80 Prozent laden.

Daneben gibt es zwei Benziner mit 204 und 265 PS sowie zwei TDI mit 150 und 193 PS. Angeboten wird Front- oder Allradantrieb, alle Motoren sind mit einer Siebengang-DSG-Automatik gekoppelt. Nur der Plug-in-Hybrid begnügt sich mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe.

Auch beim Design gehen die Tschechen kein Risiko ein. Dass hier ein komplett neu entwickeltes Auto steht, ist trotz der neuen Matrix-Scheinwerfern und den LED-Rückleuchten erst auf den zweiten Blick erkennbar. Die Linienführung ist die gleiche, wenngleich die Karosserie in alle Richtungen etwas aufgeblasen wurde. So wirkt der jetzt 4,90 Meter lange Wagen etwas wuchtiger als bisher, auch weil die Designer auf unnötige Falten und Kanten verzichten und die Karosserie optisch beruhigt haben.

Größerer Kofferraum und überarbeitetes Fahrwerk

Der Längenzuwachs bringt zudem einen nochmals größeren Kofferraum. In der Limousine wächst er um 20 auf 644 Liter, der Kombi kommt auf 690 Liter und bei umgelegter Lehne setzt er eine neue Bestmarke bei 1.920 Litern. Und das Platzangebot für die Passagiere? Wie üblich fürstlich auf der Rückbank und sehr komfortabel vorne.

Als Extra bieten die Tschechen ein weiter entwickeltes adaptives Fahrwerk an. DCC Plus nutzt nun zwei unabhängig voneinander angesteuerte Ventile pro Stoßdämpfer und regelt Zug- und Druckstufe getrennt. So sollen die Dämpfer schneller ansprechen. Außerdem sollen die Passagiere die Unterschiede zwischen sportlicher und komfortabler Fahrwerkseinstellung nun stärker spüren.

Aufgeräumtes Cockpit und Head-up-Display

Ansonsten zeigt sich der Generationswechsel in Form eines aufgeräumten Cockpits mit freistehendem 13-Zoll-Bildschirm und zehn Zoll großem Display für die digitalen Instrumente. Erstmals bekommt der Superb ein Head-up-Display.

Das neue Bedienkonzept ist eine wohltuende Mischung aus Touchscreen und haptischen Schaltern. So wurde der Automatik-Wählhebel ans Lenkrad verlegt, um in der Mittelkonsole Platz zu schaffen. Dort sitzt nun ein 5,5 Liter großes und tiefes Fach.

Unter dem zentralen Bildschirm sind drei verchromte Drehschalter mit kleinen Displays in der Mitte angebracht. Die beiden äußeren Knöpfe regeln die Temperatur, ein Druck schaltet Sitzheizung oder -belüftung ein. Der mittlere Schalter ist für die Lautstärke zuständig. Dessen Druckfunktion lässt sich frei belegen, ebenso wie die Menüleisten oben und unten auf dem Bildschirm. So sind alle wichtige Funktionen schnell erreichbar.

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Neue kleine Helfer

Und natürlich dürfen auch die markenüblichen „Simply-Clever-Funktionen“ nicht fehlen. Kleine Helfer, die den Umgang vereinfachen sollen. Viele wie die Klapphaken im Kofferraum oder den Eiskratzer in der Tankklappe kennt man. Andere wie der USB-Anschluss im Rückspiegel oder die elektrisch angetriebene Laderaumabdeckung kamen neu dazu.

Im Falle eines Unfalls schützen bis zu zehn Airbags die Insassen und neue Fahrassistenten bringen das Modell wieder auf ein klassenübliches Niveau. So warnt der Wagen beim Abbiegen vor Gegenverkehr oder bremst automatisch, wenn beim Rückwärtsfahren ein Fußgänger auf die Straße tritt.

Und auch der Travel Assist wurde weiterentwickelt. Bei aktiviertem Tempomat bremst der Wagen automatisch vor Kurven, Kreuzungen und Kreisverkehren ab, im Stau bremst und beschleunigt der Wagen selbstständig bis 60 km/h.

Schon nach dem ersten Auftritt ist klar: In Sachen Platzangebot und Preis wird auch Superb Nummer 4 in der Mittelklasse ganz vorne mitfahren. Ob's auch bei den Verkaufszahlen so bleibt, wird sich spätestens 2024 zeigen. Dann schickt VW den technisch eng mit ihm verwandten Konzernbruder Passat Variant ins Rennen.

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