Skoda-Partner fühlen sich brüskiert

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Händlerverband kritisiert neue Bonusregelung: Ein Prozent weniger Marge bei Nichterfüllung des Superb-Verkaufsziels.

Die deutschen Skoda-Partner sind verägert über eine neue Bonusregelung, die Skoda Auto Deutschland (SAD) ab 1. April 2005 für das Spitzenmodell Superb einführen will. Demnach sollen die Händler auf je ein halbes Prozent aus CD-Bonus und Faktoren-Bonus verzichten, sofern sie nicht eine vom Importeur gewünschte Zahl an Superbs verkaufen.

Laut Skoda-Händlerverband fordert der Importeur, dass jeder Händler in seinem Modellmix 5,5 Prozent des oberen Mittelklässlers verkaufen soll. Dies jedoch halten die Händler für nicht machbar.

Thomas Peckruhn, Vorsitzender des deutschen Skoda-Händlerverbands, erklärte auf Anfrage von »kfz–betrieb«: "Die geplante Bonusregelung für den Superb kommt einer faktischen Margenkürzung gleich und ist deshalb aus betriebswirtschaftlicher Sicht für uns nicht akzeptabel." Peckruhn verwies darauf, dass die Händler im vergangenen Jahr durchschnittlich nur etwa 4,4 Prozent Superb-Zulassungen geschafft hätten. Hinzu komme, dass noch umfangreiche Superb-Lagerbestände auf den Händlern lasteten.

Insgesamt plant der Importeur für das Jahr 2005 einen Absatz von 4.250 Skoda Superb. Dies entspricht einem Anteil von 5 Prozent des Gesamtvolumens. Zugleich bedeutet dies, dass jeder Händler pro Monat etwa 0,67 Superb zulassen oder verkaufen müsste.

Seine Kritik am neuen Bonussystem äußerte der Skoda-Händlerverband auch in einem Schreiben an den Importeur. Die Antwort von Skoda Auto Deutschland fiel lapidar aus. Darin erklärt Vertriebsleiter Frank Brustmann, dass das von SAD gesetzte Händlerziel realistisch und "betriebswirtschaftlich zumutbar" sei.

Dessen ungeachtet will der Skoda-Händlerverband das neue Bonussystem rechtlich prüfen lassen. Auf einer Mitgliederversammlung, die am 26. Februar in Berlin stattfindet, will der Verband zudem eine gemeinsame Resolution gegen das neue Bonussystem verabschieden.