Mittelstand stößt an seine Grenzen So überwinden Unternehmen ihre stille Krise

Von Harald Czycholl-Hoch 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Zu wenig Nachwuchs, fehlende Perspektiven, überforderte Mitarbeiter: Viele mittelständische Unternehmen befinden sich in einer stillen Krise – und laufen auf Verschleiß. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, gilt es, funktionierende Strukturen zu schaffen.

Viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter stecken in der Überforderungsfalle: Dann wird improvisiert statt strategisch geplant.(Bild: ©  Patrick Louvet - stock.adobe.com / KI-generiert)
Viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter stecken in der Überforderungsfalle: Dann wird improvisiert statt strategisch geplant.
(Bild: © Patrick Louvet - stock.adobe.com / KI-generiert)

Überforderte Mitarbeiter, zu wenig Nachwuchs und stetig steigende Anforderungen – viele mittelständische Unternehmen hierzulande stoßen längst an ihre Grenzen. Während die einen sich vor Arbeit kaum retten können, stehen andere aufgrund der in Rente gehenden Babyboomer vor dem Wissensverlust einer ganzen Generation. „Viele Betriebe laufen auf Verschleiß“, warnt Michael Bendl, Gründer und Geschäftsführer der BM Digital GmbH, die sich auf die Gewinnung und Bindung von Fachkräften im Handwerk spezialisiert hat. „Tag für Tag wird improvisiert statt strategisch geplant.“ Es ist keine unternehmerische Schieflage, kein Liquiditätsengpass und keine kurzfristige Bedrohung, die den Mittelstand an seine Grenzen bringt, sondern eine latente, stille Krise, mit der die Inhaber umgehen müssen. Die Betriebe seien gefordert, auf diese stille Krise zu reagieren und die Weichen richtig zu stellen, um nicht an Substanz zu verlieren, mahnt Bendl. „Wer jetzt keine Strukturen schafft, verliert nicht nur Wissen, sondern auch seine Zukunftsfähigkeit.“

Wichtig sei es, Zeitdruck rauszunehmen und Ressourcen zu schonen. „Das fängt bei einer klaren Organisation an und hört bei digitalen Prozessen auf“, so Bendl. Wenn alles nur auf Zuruf oder mit Zettelwirtschaft gemanagt werde, sei der Betrieb irgendwann nicht mehr führbar. „Gleichzeitig muss man sich als attraktiver Arbeitgeber sichtbar machen, sonst bleiben die Bewerbungen aus“, so der Experte. „Es geht also um zwei Dinge: interne Entlastung und externe Strahlkraft.“