Aufgrund der weiterhin stabilen Nachfrage blickt die Caravaning-Branche optimistisch nach vorn und präsentiert auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT die breite Vielfalt an Reisemobilen mit vielen Neuheiten. Sorgenkind ist der Handel mit Wohnwagen.
Die Stuttgarter Messe CMT (Caravaning, Motor, Touristik) ist für die Caravaning-Branche zum Jahresstart ein Gradmesser für die Stimmung der Verbraucher.
(Bild: CMT)
Die Stuttgarter Messe CMT (Caravaning, Motor, Touristik) ist für die Caravaning-Branche die wichtigste Ausstellung nach dem Düsseldorfer Caravan-Salon. Mit ihrem traditionellen Termin zu Jahresbeginn (17. bis 25. Januar) und einem – gemessen an vergangenen Veranstaltungen – erwarteten Potenzial von über einer Viertelmillion Besuchern ist die weltweit größte Messe für Tourismus und Freizeit in diesem Jahr mehr denn je Stimmungsbarometer und Gradmesser für die künftige Entwicklung der Reisemobil- und Wohnwagen-Hersteller, die allein sieben der zehn Messehallen belegen.
Die ganz fetten Jahre sind nämlich vorbei. Hinter den Kulissen zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Die Sonderkonjunktur zu Corona-Zeiten, genährt durch die steigende Nachfrage nach individuellem, naturverbundem Reisen, ist längst passé. Lieferengpässe aus den Pandemie-Tagen sind größtenteils überwunden, doch operative Engpässe, Stellenabbau und Überkapazitäten, die teilweise zu Kurzarbeit und Produktionspausen zwangen, belasten nach wie vor die Branche.
Dass die Grundstimmung dennoch überwiegend positiv und optimistisch ist, liegt an der nach wie vor hohen Nachfrage im privaten Bereich, den gestiegenen Besitzumschreibungen, die von starken Aktivitäten im Gebrauchtwagenmarkt zeugen, und dem unverminderten Run auf die Vermieter. Die hatten mit der zuletzt gezeigten Zurückhaltung bei der Erneuerung ihrer Flotten zum Zulassungsrückgang beigetragen.
Reisemobile retten sich knapp
Immerhin: Der deutsche Caravaning-Verband CIVD kann sich wohl darüber freuen, dass zumindest bei den Reisemobilen das erste Zulassungsminus der letzten zwei Jahrzehnte – von Rückgängen wegen Lieferproblemen in den Corona-Jahren abgesehen – dank eines starken Dezembers gerade noch abgewendet wurde. Allerdings zieht die weiter stark rückläufige Wohnwagen-Nachfrage die Gesamtbilanz der Branche ins Negative.
Und die Caravan-Hersteller scheinen mittlerweile auch einigermaßen ratlos, dieser Entwicklung wirksam etwas entgegenzusetzen. Mit hippen Neuerscheinungen wie dem Beachy von Marktführer Hobby, der Einsteiger-Baureihe Next von Fendt oder Leichtbau-Wohnwagen von LMC, Knaus, Weinsberg oder Dethleffs, die auch von Elektroautos gezogen werden können, wurde das Ruder bisher jedenfalls nicht herumgerissen.
1.200 Freizeitfahrzeuge für jeden Geschmack und Geldbeutel
Umso mehr ziehen die Wohnmobil-Produzenten wieder sämtliche Register und präsentieren mit 1.200 Freizeitfahrzeugen vom kompakten Campingbus bis zum Luxus-Reisemobil die enorme Vielfalt ihres Modellangebots, das manch einen aus der kaufwilligen Kundschaft sogar eher überfordern dürfte. Ein Trend ist dabei unverkennbar: Die Gelegenheit, mit besser ausgestatteten Sondermodellen zu günstigeren Tarifen das massiv gestiegene Preisgefüge wieder ein wenig zurechtzurücken, lässt sich kaum ein Hersteller entgehen.
Dass das nicht zwingend in ein Schnäppchen münden muss, zeigt sich am Stand von Ford. Dort feiert der Camping-Bus-Klassiker Nugget sein 40stes Verkaufsjahr, was zu einer Jubiläums-Edition in einer „Frozen-White“-Lackierung mit schwarz-weißer Inneneinrichtung wie im Ur-Nugget von 1986 genutzt wird. Ford Pro bietet den auch in fünfter Generation bei Westfalia in Rheda-Wiedenbrück gebauten Transit-Camper mit 125 kW/170 PS starkem 2,0-Liter-Diesel, Automatik, langem Radstand und fest installierter Toilette ab stattlichen 90.000 Euro an.
Seine größten Konkurrenten sind in Stuttgart natürlich auch vertreten. Der VW California, den es ebenso wie den Nugget in einer Variante als Plug-in-Hybrid gibt, und der Mercedes Marco Polo. Die Stuttgarter, die vor allem mit diversen Sprinter-Aus- und -Aufbauten mannigfaltig in den Ausstellungshallen zu finden sind, kehren erstmals nach Corona wieder mit einem eigenen Stand auf die CMT zurück. Dort zeigen sie aber nur den aktuellen V-Klasse-Camper, der in seinem letzten Jahr gewissermaßen auf die Zielgerade einbiegt. Der bisher ebenfalls bei Westfalia montierte Marco Polo wird in der Neuauflage, die erst auf dem nächsten Caravan-Salon ihre Publikumspremiere erleben wird, nämlich künftig direkt bei Mercedes in Ludwigsfelde gebaut.
Dieser 70.000-Euro-Kastenwagen schockiert
Die Kompaktklasse der Kastenwagen und Camper hat zwar insgesamt ein wenig Federn lassen müssen, was allerdings hauptsächlich auf Kosten der sogenannten Urban Camper noch unterhalb von California und Co. geht. Die Ausbauten auf Fiat Ducato oder dem baugleichen Citroën Jumper bleiben weiterhin stark nachgefragt. Aus dem Neuheiten-Reigen in diesem Segment ragt besonders der Karmann Dexter 595 heraus, der für einen Hochdach-Van auf sechs Metern Länge einen äußerst ungewöhnlichen Grundriss mit wagenbreitem Bad im Heck, einem Hubbett statt fest installierter Kojen sowie Möbeln in Holzoptik präsentiert. Kostenpunkt: 70.000 Euro.
Stand: 08.12.2025
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Während LMC seinen Camper-Van Innovan um eine abgespeckte Pure-Variante auf Citroën-Basis erweitert und damit den Preis auf 50.000 Euro drückt, geht Bürstner zum Neustart ins Jahr 2026 mit einem noch puristischer bestückten Modell Papillon zu aktuell konkurrenzlosen 40.000 Euro ins Rennen.
Teilintegrierte dominieren: Wo die Gewinner des Jahres stehen
Zu den Gewinnern des vergangenen Jahres zählten vor allem wieder die aufgebauten Reisemobile, teilintegrierte noch mehr als vollintegrierte. Kein Wunder, dass diese Spezies auch in Stuttgart mit einigen interessanten Neuheiten aufwartet. Etwa mit dem Forster T745 QF Vibe, ein knapp siebeneinhalb Meter langer Teilintegrierter auf Ford-Transit-Basis im klassischen Zuschnitt mit Queensbett zu einem für diese Größe attraktiven Grundpreis unter 75.000 Euro.
Ahorn Camp aus dem pfälzischen Speyer, das seine Fahrzeuge ausschließlich auf dem Renault Master aufbaut, erweitert seine Modellplatte um zwei weitere Teilintegrierte. Und Premium-Hersteller Frankia präsentiert neben den Teilintegrierten Noctra und Neo die Final Edition des Integrierten-Flaggschiffs Platin, nahe an der 200.000-Euro-Marke.
Das nächste Trend-Segment wächst
Der – bei allerdings deutlich geringeren Stückzahlen – ebenfalls immer beliebter werdende Bereich der Allrad- und Abenteuer-Fahrzeuge bekommt auf der CMT ebenfalls Zuwachs. Einmal in Form des Sprinter-Modells Yucon K-Peak 4x4, ein Offroad-Kastenwagen in sechs oder sieben Meter Länge zu Preisen ab 116.500 Euro. Und mit dem Dethleffs Globebus Performance T16. Der Allrad-Teilintegrierte auf Basis des VW Crafters ist mit 6,25 Metern gut 60 Zentimeter kürzer als der größere Bruder, der auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon debütierte. Immerhin konnte damit der Einstiegspreis auf 95.000 Euro deutlich unter die sechsstellige „Schallmauer“ gedrückt werden.
Neben all den schönen und leider auch teuren Neuheiten gewinnt aber noch ein anderer Trend stetig an Bedeutung: der Eigenausbau von Freizeitfahrzeugen. Deshalb hat die Messeleitung ihre Tochtermesse „Selbstausbau“ erstmals in die CMT integriert, um es Besuchern zu ermöglichen, Workshops und Aussteller rund um die Themen Umbau, Energieversorgung und Fahrzeugoptimierung zu erleben.