Onlinezulassung durch Autohändler Sorge, Kommunen könnten i-Kfz verschleppen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Weil die digitale Onlinezulassung den Kommunen geringere Einnahmen beschert, befürchtet der Kfz-Landesverband Schleswig-Holstein eine Verschleppung des Verfahrens. Grund dafür seien höhere Gebühren, die zukünftig für analoge Fahrzeugzulassungen fällig werden.

Künftig können Autohändler die Fahrzeuge ihrer Kunden selbst online zulassen. Allerdings befürchtet das Kfz-Gewerbe, dass die Kommunen das digitale Zulassungsverfahren nicht zügig umsetzen werden.(Bild:  ProMotor)
Künftig können Autohändler die Fahrzeuge ihrer Kunden selbst online zulassen. Allerdings befürchtet das Kfz-Gewerbe, dass die Kommunen das digitale Zulassungsverfahren nicht zügig umsetzen werden.
(Bild: ProMotor)

Das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein hat Bedenken bei der Umsetzung der ab September geplanten Kfz-Onlinezulassung auch durch die Autohändler. Der Grund: Weil die Kommunen digital unterschiedlich aufgestellt seien und auch die geänderte Gebührenordnung bei den Zulassungen für negative Anreize sorgen könnte, fürchtet der Landesverband eine Verschleppung des Verfahrens.

Zu diesem Ergebnis sei der Verband nach Gesprächen gekommen, an denen Vertreter der Stadt Neumünster, des IT-Verbunds Schleswig-Holstein und des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein teilgenommen haben, um gemeinsam über die Freischaltung der Stufe 4 von i-Kfz zu diskutieren.

Die Stufe 4 ermöglicht die digitale Zulassung von Fahrzeugen auf juristische Personen. Die Anpassung der Fahrzeugzulassungsverordnung erlaubt ab September auch Fahrzeughändlern, Fahrzeuge ihrer Kunden über eine Großkundenschnittstelle auf digitalem Wege zuzulassen.

Die Betriebe müssten bedenken, dass die technische Möglichkeit, die Kundenfahrzeuge selbst online zulassen zu können, einige Anforderungen mit sich bringe, so der Landesverband. Wer an die Großkundenschnittstelle angeschlossen sein wolle, müsse mindestens 500 Zulassungen im Jahr vorweisen können. Zudem seien nicht alle Zulassungsstellen auf diesen Prozess vorbereitet, und es gebe noch Fragen zum Authentifizierungsverfahren.

Probleme sieht der Landesverband auch durch die neue Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV), die eine Erhöhung der Gebühren für analoge Zulassungsvorgänge vorsehe, um damit die digitale Zulassung zu fördern. Für Zulassungsbereiche, deren Zulassungsstelle nicht an die digitalen Zulassungen angeschlossen seien, führe dies zu einer Kostensteigerung.

Eine Fahrzeugstilllegung kostet beispielsweise analog heute 6,90 Euro. Nach neuer FZV würden sich die Kosten für den analogen Vorgang mit 15,90 Euro mehr als verdoppeln. Die Kosten für die digitale Stilllegung würden dagegen auf 2,10 Euro sinken. Für die Kommunen bedeute das digitale System Investitionen und sinkende Einnahmen.

Deshalb befürchten Kfz-Unternehmen, so der Landesverband, dass hier ein Anreizsystem für die Kommunen geschaffen werden könnte, zukünftig auch weiterhin auf die höheren Einnahmen der analogen Zulassung zu setzen. Bei der Umstellung auf die neuen Verfahren werden die Kommunen in Schleswig-Holstein vom IT-Verbund begleitet. Der Fortschritt bei der Digitalisierung sei bei den Kommunen aktuell sehr unterschiedlich; ebenso der Wille einzelner, diesen Prozess der digitalen Zulassung zu unterstützen, sagt der Landesverband Schleswig-Holstein und fordert eine konsequente Umsetzung des Verfahrens bis zum Herbst 2023.

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