Spezialist für alte Werte
Die Autobranche wünscht sich den Ausbildungsberuf des Fahrzeug-Restaurierers. Nach Meinung des ZDK lohnt es sich, einen solchen Beruf innerhalb der kommenden fünf Jahre einzuführen.
Die Zahl der Oldtimer auf unseren Straßen steigt stetig. Ende 2006 waren in Deutschland fast 1,7 Millionen so genannter Youngtimer zugelassen, also Fahrzeuge im Alter von 20 bis 30 Jahren, die im Laufe der kommenden zehn Jahre zu Oldtimern werden. Damit steigt auch die Nachfrage nach einem qualifizierten Service. Werkstätten, die sich mit der Restaurierung und Wartung von Old- und Youngtimern ein zweites Standbein aufbauen wollen, benötigen also zunehmend spezialisierte Fachkräfte. Derzeit müssen Werkstattmitarbeiter zu diesem Zweck Fortbildungskurse besuchen, wie sie zum Beispiel die Fahrzeugakademie in Schweinfurt anbietet. Eine auf Oldtimer ausgerichtete Berufsausbildung gibt es nicht, obwohl die Anforderungen an die Arbeiten bei der Fahrzeugrestauration hoch sind; das könnte sich bald ändern.
Viele Aufgaben
In den etablierten Ausbildungsberufen lernen die Nachwuchskräfte zwar alles über moderne Fahrzeuge, die klassische Fahrzeugtechnik steht jedoch nicht auf dem Programm. Bei den Mechanikern für Karosserie-Instandhaltungstechnik steht zwar die Karosseriebearbeitung auf dem Lehrplan; die Endmontage einer elektrischen Anlage oder Montage- und Einstellarbeiten an Motoren und Getrieben von Klassikern gehören dagegen nicht zur Ausbildung. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass bei einer aktuellen Umfrage des ZDK mehr als 76 Prozent der befragten Betriebe eine Ausbildung zum Fahrzeug-Restaurierer für notwendig halten.
Der neue Beruf würde ein vielfältiges Aufgabenspektrum abdecken. Denn zusätzlich zu den handwerklichen Arbeiten müssten künftige Fahrzeug-Restaurierer eine Restaurierung im Vorfeld planen und strukturieren können und die Kunden entsprechend beraten. Weiterhin gilt es, die historischen Wartungspläne an den heutigen Werkstattalltag anzupassen.
Nicht zuletzt gehört auch dazu, originalgetreue Ersatzteile zu beschaffen sowie die Historie und die Originalität eines Oldtimers zu recherchieren. Bei den handwerklichen Aufgaben stehen alle Gewerke der traditionellen Handwerkskunst auf dem Programm: Spengler- und Sattlerarbeiten genauso wie die Ventil- und Vergasereinstellung.
Zugleich soll das Berufsbild aber auch so aufgebaut sein, dass die Lehrlinge die Grundausbildung gemeinsam mit den Azubis der anderen technischen Autoberufe absolvieren. So können sie nach ihrer Ausbildung in verwandte Berufe wechseln. Dadurch könnten auch Kfz-Restauratorgesellen zu Fortbildungsprüfungen wie der Meisterprüfung im Kfz-Techniker-Handwerk zugelassen werden.
Die Bestandszahlen auf dem Oldtimermarkt zeigen, dass der Bedarf für den neuen Beruf vorhanden ist. Denn viele der Mitarbeiter in den Kfz-Werkstätten, die sich noch gut mit den Klassikern auskennen, gehen bald in den Ruhestand. Nach Meinung des ZDK sollte das neue Berufsbild deshalb in den nächsten fünf Jahren eingeführt werden, damit ältere Mitarbeiter ihr Wissen noch an die nachfolgende Generation weitergeben können.
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